Aktien Europa: Verluste - Rohstoff- und Autowerte schwach
Die europäischen Aktienmärkte haben
am Donnerstag wieder nachgegeben. Durchwachsene Quartalszahlen
belasteten. Zudem herrschte Zurückhaltung vor US-Konjunkturdaten am
Nachmittag.
"Nun schaut der Markt in Richtung USA und erhofft sich von dort
positive Konjunkturdaten", so Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker
CMC Markets. "Sollten diese ausbleiben, könnte sich die
Abwärtsbewegung erneut beschleunigen."
Der EuroStoxx 50 verlor am Mittag 0,77 Prozent auf
6.056,49 Punkte. Außerhalb der Eurozone sank der britische Leitindex
FTSE 100 um 0,65 Prozent auf 10.616,49 Zähler. Der
Schweizer SMI hielt sich mit unveränderter Tendenz
etwas besser.
Rohstoffwerte waren der schwächste Sektor. Die Aktien von Rio Tinto
gerieten nach der Veröffentlichung von
Geschäftszahlen unter Druck. Der Bergbaukonzern hatte 2025 vor allem
aufgrund stark gesunkener Eisenerzpreise deutlich weniger Gewinn
erzielt.
Unter den schwächelnden Autowerten ragten Renault mit
über fünf Prozent Abschlag heraus. Zunehmende Konkurrenz in Europa,
die Expansion etwa nach Lateinamerika und Asien sowie der Anlauf
neuer Elektromodelle dürften 2026 auf die Profitabilität drücken.
Auch Versorger hatten einen schweren Stand. Aktien von Centrica
sanken um knapp sechs Prozent, nachdem ein massiver
Gewinnrückgang von 40 Prozent für das Vorjahr gemeldet worden war.
Daneben verloren Enel 3,4 Prozent. Das Energiedekret
der italienischen Regierung sei eine massive Intervention, die seine
Ergebnisprognose für 2027 um sieben Prozent drücken werde, schrieb
Analyst Alberto Gandolfi von Goldman Sachs.
Dagegen stützten die Gewinne von Nestle den Nahrungs-
und Getränkesektor. Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern hatte mit
seinen Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen. Das Unternehmen
will sich zudem künftig auf die vier Kernbereiche Kaffee,
Tierfutter, Ernährung und Gesundheit sowie Lebensmittel und Snacks
konzentrieren. Die Aktie gewann 2,5 Prozent.
Für Aufatmen sorgten auch die Zahlen von Pernod Ricard
. Die Befürchtungen des Marktes hätten sich nicht
bewahrheitet, hieß es von Jefferies. Zudem sei die Aktie günstig
bewertet. Pernod kletterten um 2,9 Prozent.
Gefragt war mit Air France-KLM zudem ein weiterer
französischer Wert. Höhere Ticketpreise und gesunkene
Treibstoffkosten hatten der Fluggesellschaft im vergangenen Jahr
einen überraschend starken Gewinnanstieg beschert. Der Kurs sprang
um über zehn Prozent./mf/jha/