Aktien New York: Dow stagniert - KI entwertet womöglich Geschäftsmodelle
Nach dem feiertagsbedingt langen Wochenende
haben die US-Aktienmärkte zu Beginn der neuen Börsenwoche stagniert.
Marktbeobachtern zufolge dauern die Sorgen um den Themenkomplex
Künstliche Intelligenz (KI) an. Immerhin konnten die großen
Börsenindizes anfängliche, teils herbe Verluste im Verlauf des
Handels eingrenzen. Der Dow Jones Industrial bewegte
sich zuletzt mit 49.520 Punkten kaum von der Stelle.
Waren die Künstliche Intelligenz und die mit ihr verbundenen Chancen
der große Kurstreiber des vergangenen Jahres, so rücken nun die
möglichen Verlierer ihres Einsatzes immer stärker in den Blick.
"Neue KI-Agenten sind inzwischen in der Lage, softwarebezogene
Aufgaben zu übernehmen und gefährden damit den über Jahre
aufgebauten Wettbewerbsvorsprung vieler Softwareunternehmen",
schrieb Ann-Katrin Petersen vom Vermögensverwalter Blackrock. Der
Ausverkauf bei Softwareaktien verdeutliche, dass Anleger die
Beständigkeit einiger Geschäftsmodelle grundsätzlich neu bewerteten.
Auch am Dienstag litten Papiere der Software-Branche unter eben
dieser Neubewertung. Im Nasdaq 100 zählten Intuit ,
MongoDB , Crowdstrike , Cadence Design
Systems und Synopsys zu den
Top-Verlierern mit Verlusten zwischen 3,6 und 5,3 Prozent. Im Dow
büßten Salesforce 2,6 Prozent ein.
Blackrock-Strategin Peterson sprach von "schöpferischer Zerstörung"
durch KI.
Der technologielastige Nasdaq 100 fiel am Dienstag
auf den tiefsten Stand seit fast drei Monaten. Zuletzt betrug das
Minus noch 0,2 Prozent auf 24.696 Punkte. Der marktbreite S&P 500
lag mit 6.842 Punkten moderat im Plus, nachdem er im
frühen Handel auf den tiefsten Stand seit Mitte Dezember gerutscht
war.
Unterdessen geht der Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner
Brothers in eine neue Runde. Der Konzern stimmte zu,
die Verhandlungen mit Paramount wieder aufzunehmen.
Tags zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf
Insider berichtet, dass bei Warner diskutiert wird, ob Paramount
einen besseren Deal bieten könnte als der Streaming-Anbieter Netflix
. Die Aktien von Warner und Paramount legten um 3,6
beziehungsweise 6,7 Prozent zu. Netflix gaben leicht nach.
Für die Papiere von Norwegian Cruise Line ging es um
12 Prozent nach oben. Der aktivistische Investor Elliott Investment
Management hat einen Anteil von mehr als 10 Prozent an dem
Kreuzfahrtunternehmen aufgebaut und ist damit zu einem der größten
Aktionäre aufgestiegen. Der Hedgefonds will nun aktiv Einfluss auf
Strategie und Führung des Unternehmens nehmen.
Die Anteilscheine von Masimo schnellten um mehr als
ein Drittel auf 175 Dollar nach oben. Der Hersteller von
Gesundheitsprodukten Danaher will das
Medizintechnikunternehmen für 180 Dollar je Aktie übernehmen. Damit
ist das Geschäft knapp 10 Milliarden Dollar schwer. Die Aktien von
Danaher fielen um knapp 4 Prozent./bek/he