Aktien Wien Schluss: Leitindex ATX schließt mit halbem Prozent Gewinn
Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Dienstag mit
Gewinnen aus dem Handelstag verabschiedet. Der österreichische
Leitindex ATX stieg um 0,53 Prozent auf 5.701 Punkte,
der ATX Prime um 0,47 Prozent auf 2.837 Zähler. Damit folgte Wien
den wichtigsten europäischen Leitbörsen, die einheitlich mit
Zuwächsen schlossen.
Das internationale Börsengeschehen wurde nach dem montäglichen
US-Feiertag als bewegungsarm bewertet. Zumindest gab es positive
Zinssignale aus den USA. Die US-Notenbank könne dieses Jahr mehrere
Lockerungsschritte beschließen, falls sich die Inflation wieder auf
das Ziel der Zentralbank von zwei Prozent zubewege, meinte der
US-Währungshüter Austan Goolsbee. In Europa wiederum machen sich
mittlerweile Deutschland und Frankreich für Vereinfachungen in der
Regulierung von Finanzdienstleistungen stark.
In Österreich teilte der Nahrungsmittel- und Industriegüterkonzern
Agrana mit, dass für das bis Ende Februar laufende
Geschäftsjahr mit einem "nicht zahlungswirksamen
Wertminderungsbedarf in der Größenordnung zwischen 45 und 55
Millionen Euro zu rechnen sei. Hinfällig ist damit auch die
bisherige Ergebnisprognose, die von einem operativen Gewinn (Ebit)
von 45 bis 60 Millionen Euro ausging. Die endgültige Höhe der
Wertminderung werde im Zuge der Aufstellung des Konzernabschlusses
für das Geschäftsjahr 2025/26 festgestellt. Auf den Kurs hatte das
kaum Auswirkungen. Die Aktie zeigte zum Tagesschluss bei 11,65 Euro
unbewegt, nachdem sie im Verlauf ständig im Plus gelegen hatte.
Die Erste Group hat ihr Kursziel für die Aktie von KapschTrafficCom
von 7,0 auf 5,8 Euro nach unten korrigiert. Die
Experten verwiesen auf die jüngste Gewinnwarnung des
Mautspezialisten. Das Anlagevotum wurde für die Kapsch-Papiere
unverändert auf "Hold" belassen. Die Aktie verlor 3,5 Prozent,
nachdem sie bereits am Montag im Zuge der gesenkten Prognosen um
fast sieben Prozent abgerutscht war.
Die Erste Group kürzte auch das Kursziel für die Lenzing-Aktie
leicht von 29,5 auf 29 Euro. Hier wurde ebenfalls die
Empfehlung "Hold" für die Titel des Faserherstellers bestätigt. Bei
Lenzing gab es einen satten Kursabschlag von 9,0 Prozent, womit die
Papiere im ATX Prime-Segment Schlusslicht waren.
Die schwergewichteten Banken tendierten zum Abschluss mit
Aufschlägen. Bawag lagen bei plus 2,1 Prozent und
waren damit der Topperformer im ATX Prime. Erste Group
verbuchten einen Zuwachs von 1,5 Prozent und
Raiffeisen Bank International von 1,2 Prozent.
Die Bauwerte kamen nach den starken Vortageszuwächsen wieder
merklich zurück. Porr-Anteilsscheine fielen um 4,5
Prozent. Strabag-Titel ermäßigten sich um 1,2
Prozent./moe/spa/APA/men