ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax zieht mit gedrehter Wall Street spät an
Der Dax hat sich am Dienstag
nach einem durchwachsenen Morgen noch ins Plus abgesetzt. Der
Leitindex kam am Nachmittag in Schwung, als die zunächst noch
schwach gestarteten New Yorker Börsen mehr oder weniger ihre
Verluste aufholten. Knapp ins Plus schafften es dort zuletzt die
Leitindizes Dow Jones Industrial und S&P 500
, in denen mehr Standardwerte vertreten sind.
Der Dax legte letztlich um 0,80 Prozent auf 24.998,40 Punkte zu. Er
begab sich in seiner Schlussrally wieder zeitweise über die
25.000-Punkte-Marke, die schon den ganzen Februar hart umkämpft ist.
Charttechnisch sendete der deutsche Leitindex ein positives Signal,
indem er sich von seinem 21-Tage-Durchschnitt nach oben absetzte.
Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten kam am
Dienstag mit 31.444,33 Punkten auf ein Plus von 0,25 Prozent.
Anleger schüttelten es am Dienstag ab, dass die vom ZEW-Institut
ermittelten Konjunkturerwartungen von Finanzexperten für Deutschland
im Februar ein tristes Bild abgaben. Im Fokus blieb weiterhin die
Frage, in welchem Maße die Künstliche Intelligenz ganze Branchen
durchrütteln kann. "Im Dax spielen diese Sorgen allerdings eine eher
untergeordnete Rolle", kommentierte dies am Nachmittag der Experte
Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.
Die Bayer -Aktie machte es dem Dax gleich, indem sie
am Nachmittag deutlich anzog. Zuerst reagierten sie damit auf einen
Kreise-Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, der sich dann in
den Schlussminuten bewahrheitete: Der Chemie- und Pharmakonzern hat
in den USA einen milliardenschweren Sammelvergleich zur Beilegung
aktueller und künftiger Klagen zum angeblich krebserregenden
Unkrautvernichter Roundup geschlossen.
Die Bayer-Titel schlossen 7,4 Prozent höher bei 49,32 Euro. Erstmals
seit September 2023 näherte sich der Kurs wieder der 50-Euro-Marke.
Die Hoffnung, dass es in den Rechtsstreitigkeiten bald Fortschritte
geben könnte, hatte zuletzt schon zu einer Erholungsrally der
Bayer-Aktien beigetragen, die nun mit einem Jahresplus von 33
Prozent zum bisher unangefochtenen Dax-Spitzenreiter Siemens Energy
aufschlossen. Dessen Kurs stieg am Dienstag um 0,3
Prozent.
Stark gefragt waren ansonsten die Immobilienwerte - mit dem
Dax-Vertreter Vonovia , dessen Kurs um fast vier
Prozent stieg. Dies wurde noch etwas in den Schatten gestellt vom
MDax-Wert Aroundtown , der um 4,8 Prozent zulegte.
Hier sorgte ein Bericht des Research-Dienstes Viceroy für
Ausschläge. Zur generellen Branchentendenz passten fallende Zinsen
am deutschen Anleihemarkt. Anleger sehen darin ein positives Signal
für die Refinanzierungskosten der Immobilienbranche.
Für die Aktien des Softwareherstellers Teamviewer
ging es auf ein weiteres Rekordtief. Sie verloren zuletzt drei
Prozent und wurden begleitet vom Autozulieferer Aumovio
, dessen Kurs 4,3 Prozent einbüßte. Laut dem
Analysehaus Bernstein Research sind bei beiden Papieren die
Verdrängungsrisiken durch Künstliche Intelligenz (KI) noch nicht
eingepreist. Aumovio belaste hier vor allem der Wandel hin zu
Software-definierten-Fahrzeugen.
Die Ende Dezember eingeleitete Erholung der Südzucker
-Aktien endete mit einem Abschlag von vier Prozent.
Der Zuckerkonzern erwartet außerordentliche Abschreibungen und setzt
in der Folge die Dividende aus.
Noch etwas mehr verloren im SDax die Aktien von
Ottobock nach Kurskapriolen im Tagesverlauf. Anleger
schwankten hier zwischen guten Jahreszahlen und einem störenden
Ausblick auf das Jahr 2026. Aus einem frühen Spitzenplus, das fast
neun Prozent groß war, wurde letztlich ein Abschlag von 4,2 Prozent.
Auf europäischer Ebene hatte der EuroStoxx 50 im
Tagesverlauf auch aufgedreht. Der Leitindex der Eurozone schloss
0,72 Prozent höher bei 6.021,85 Zählern . Er setzte sich damit von
der zuletzt umkämpften 6.000-Punkte-Marke ab. Kursgewinne gab es
auch außerhalb der Eurozone an den Länderbörsen in Zürich und
London./tih/he