Klingbeil: Europa stärken, neue Handelspartner suchen
Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) hat die Europäer zu mehr Eigenständigkeit und Souveränität und zu neuen Handelspartnerschaften neben den USA aufgerufen. Angesichts der US-Zollpolitik von Donald Trump müsse man natürlich schauen, was der US-Präsident als Nächstes tun könnte. "Aber ich glaube, wir müssen trotzdem unsere Hausaufgaben machen", sagte der Bundesfinanzminister auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Man müsse Europa stärken, die europäische Souveränität, die Wettbewerbs- und Verteidigungsfähigkeit. Wenn man das mache, habe man einen wichtigen Platz in der neuen Weltordnung inne.
Klingbeil forderte, offen zu sein für neue Partner und Partnerschaften. So habe man "endlich" das Mercosur-Handelsabkommen abgeschlossen, und es gebe ein Abkommen mit Indien. Er plädierte zudem für Handelsabkommen und stärkere Beziehungen mit dem Globalen Süden.
Klingbeil: Müssen andere Partner finden
Grundsätzlich betonte Klingbeil mit Blick auf die US-Zollpolitik, Zölle seien schlecht für die Menschen und für die Wirtschaft - auf beiden Seiten des Atlantiks. "Aber wenn die US-Regierung diesen Weg einschlägt, müssen wir andere Partner finden. Wir müssen unser Wirtschaftswachstum stärken."
Finnlands Präsident Alexander Stubb forderte ebenfalls, anstatt sich auf Zölle und sozusagen ein "Zurückschlagen" zu konzentrieren, müssten sich Länder lieber neue Partner suchen - das gelte für große und kleine Länder.
Die Chefin der Welthandelsorganisation (WTO), Ngozi Okonjo-Iweala, sagte, viele Länder seien zu lange zu sehr von den USA abhängig gewesen. Es könne deshalb nur gut sein, sich in Zukunft zu flexibilisieren, betonte sie./ctt/DP/he
AXC0220 2026-02-13/17:15