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Societe Generale: Schwellenländer besonders aussichtsreich - Risiko US-Zinsen

Von der weiter robust wachsenden Weltwirtschaft dürften laut der Societe Generale insbesondere Aktien und Anleihen aus Schwellenländern profitieren. Diese punkteten in der Regel mit einer soliden Haushaltspolitik und der Aussicht auf besonders deutlichen Rückenwind von der Geldpolitik, hieß es am Mittwoch bei einem Pressegespräch der französischen Bank in Frankfurt. Auch die Börsen in den entwickelten Volkswirtschaften hätten noch Aufwärtspotenzial. Anleger sollten aber insgesamt im Blick behalten, dass vor allem eine unerwartet vorsichtige US-Geldpolitik diesen positiven Aussichten einen Strich durch die Rechnung machen könnte.

In ihrem Grundszenario sind die Fachleute der Societe Generale zuversichtlich gestimmt für die globale Konjunktur und damit auch für die Aktienmärkte. So dürfte sich das Wachstum in den USA trotz einer Abschwächung des Konsums in diesem Jahr nur leicht von 2,2 auf 1,7 Prozent verringern, sagte Volkswirt Michel Martinez. Schon 2027 dürfte dann aber wieder eine zwei vor dem Komma stehen, ebenso 2028. Für den Euroraum rechnet der Experte für 2026 mit einem im Vergleich zum Vorjahr lediglich etwas geringeren Wachstum von 1,3 Prozent.

Ein Treiber der Weltkonjunktur ist der Technologiesektor. "Der Boom bei den Investitionen in Künstliche Intelligenz wird sich bis 2026 fortsetzen", sagte Martinez. Damit verbunden sei die Hoffnung, dass Produktivitätsschübe durch Innovationen das globale Wachstum immer stärker ankurbeln.

Die Geld- und Fiskalpolitik dürfte derweil in den Schwellenländern eine größere Wirkung entfalten als in den großen Industrieländern. In letzteren könnten den Experten zufolge nur die USA und Deutschland durch deutlich höhere Staatsausgaben die Wirtschaft spürbar ankurbeln. Andere Staaten wie Italien, Frankreich oder Spanien hätten angesichts ihrer hohen Staatsverschuldung mit weniger günstigen Finanzierungskosten zu kämpfen und könnten damit auch weniger expansiv agieren.

In vielen aufstrebenden Volkswirtschaften hingegen sei die Schuldenlast relativ gering, betonte Alain Bokobza, Leiter für die globale Asset-Allokation bei der Societe Generale: "Die Verschuldung der Schwellenländer im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt beträgt im Schnitt die Hälfte derjenigen der USA." Und die Schere gehe aktuell sogar weiter zugunsten der Emerging Marktes auseinander.

Unterstützung für die Schwellenländer kommt laut den Experten auch von den dortigen Notenbanken. Vor allem in asiatischen Emerging Markets sei die Geldpolitik oft noch zu straff, da die Inflation vielerorts bereits unter Kontrolle scheine. Damit könnten die Währungshüter etwa in Indien oder Thailand die Leitzinsen stärker senken als die US-Notenbank Fed. Dadurch würden Aktien und Anleihen aus den Schwellenländern im Vergleich zu jenen aus den Industrieländern attraktiver.

Gleichwohl fußt das positive Szenario für die Weltwirtschaft und die Börsen darauf, dass die Fed wie allgemein erwartet unter dem wohl neuen Vorsitzenden Kevin Warsh die Leitzinsen in diesem Jahr noch ein- oder zweimal senkt. Doch die Societe Generale warnte, dass die US-Notenbank die Zinsen in diesem Jahr auch gar nicht antasten könnte. Denn die Inflation im Dienstleistungssektor halte sich noch hartnäckig über der von der Fed angepeilten Marke von zwei Prozent; zudem könnte der volle Effekt der protektionistischen Zollpolitik in den USA doch noch stark auf die Preise durchschlagen und die Fed so zu einer vorsichtigeren Politik zwingen.

In einem derartigen Umfeld dürfte der US-Dollar nach allgemeiner Auffassung nicht weiter abwerten, sondern würde auch gegenüber Schwellenländerwährungen zulegen. Dies wiederum würde Gelder in die USA umlenken - mit entsprechend negativen Konsequenzen für die Schwellenländer-Märkte./la/jsl/jha/

AXC0159 2026-02-11/13:30

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