ROUNDUP: Teamviewer blickt vorsichtig aufs neue Jahr - Aktie fällt deutlich
Der Fernwartungssoftwareanbieter Teamviewer
Das Papier sackte kurz nach Handelsbeginn um bis zu neun Prozent auf 5,37 Euro und damit Richtung des Rekordtiefs von 5,305 Euro von Anfang Februar ab. Auf Sicht von einem Jahr hat die Aktie mehr als die Hälfte an Wert eingebüßt; im Vergleich zum Rekordhoch von knapp 55 Euro im Sommer 2020 beträgt das Minus fast 90 Prozent. Das Großkundengeschäft laufe solide, aber in diesem Jahr würden Wechselkurse den Konzern erneut treffen, schrieb Analystin Wassachon Udomslipa von der kanadischen Bank RBC. Die neue Prognose berge Gefahr, dass die Schätzungen der Experten sinken.
Gegenüber dem vergleichbaren Umsatz von 767,5 Millionen Euro aus dem Vorjahr bedeutet das Ziel für dieses Jahr bis zu rund 790,5 Millionen Euro Erlös. Analysten rechneten zuletzt im Schnitt mit um die 784 Millionen Euro. Wie bereits bekannt, war der Pro-forma-Erlös vergangenes Jahr währungsbereinigt um 5 Prozent geklettert.
Basierend auf dem jüngst erzielten Wachstum des Vertragsbestandes und dem schwankungsanfälligen Umfeld blicke das Unternehmen eher vorsichtig auf 2026. Im Oktober hatte Teamviewer noch eine Spanne von 790 Millionen bis 825 Millionen Euro Umsatz für dieses Jahr in Aussicht gestellt, dann aber im Schlussquartal des vergangenen Jahres beim Auftragsbestand nur das untere Ende der eigenen Erwartungen erreicht. Strategische Initiativen sollen das Umsatzwachstum beschleunigen, mittelfristig strebt Teamviewer wieder ein Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich an.
Die Verbindung der beiden Angebotsfelder Fernwartung und Automatisierung werde dabei der Wachstumstreiber sein, sagte Unternehmenschef Steil in einer Videokonferenz mit Journalisten. Kunden verlangten mehr und mehr nach einer Plattform und einer Angebotssuite aus einer Hand. "Teamviewer ist stark, wenn es darum geht, aus dem Büro hinaus in den operativen Bereich zu verbinden", sagte der Manager.
Die jüngst aufgeflammten Sorgen vieler Investoren um Anbieter von Softwareanwendungen im Zuge rivalisierender Tools mit Künstlicher Intelligenz (KI) wollte der Teamviewer-Chef für sein Unternehmen nicht gelten lassen. "Unsere Positionierung ist Automatisierung auf dem Endpunkt", Teamviewer sei keine reine Software-Geschäftsanwendung. "Wir sind quasi ein Infrastrukturlayer - das ist nicht mal eben so nachzubauen", sagte Steil. Dass Maschinen und IT-Geräte selbst per KI-Software Fehler erkennen und dann die Software selbst nötige Änderungen vornimmt, das sei gerade Teamviewers Angebot.
Teamviewer ist bekanntgeworden mit Fernwartungssoftware und Videokonferenzen, was vor allem in der Corona-Pandemie einen starken Boom bescherte. Dann baute das Management das Angebot über Zukäufe von Augmented-Reality-Spezialisten (etwa Datenbrillen für Wartungstechniker) und Hardwareautomatisierung aus, um bei großen Industriekunden mitmischen zu können. Im Großkundengeschäft läuft es derzeit auch vergleichsweise gut mit hohem Wachstum. Zukäufe stünden nach der 1E-Übernahme derzeit nicht zur Debatte, auch wegen des angestrebten Abbaus von Schulden, sagte Steil.
Die Gewinnmarge des um Sonderposten bereinigten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern dürfte 2026 bei rund 43 Prozent liegen. Vergangenes Jahr war sie vergleichbar (pro-forma) um einen Prozentpunkt auf rund 44 Prozent gestiegen. Mit den Pro-forma-Kennzahlen unterstellt Teamviewer, dass der größte Unternehmenszukauf der US-Firma 1E aus Vergleichbarkeitsgründen jeweils schon voll zum Geschäftsjahr zählte. Der Nettogewinn 2025 ging um 4 Prozent auf 118,2 Millionen Euro zurück. Das war hauptsächlich deutlich höheren Zinskosten geschuldet./men/mne/zb
ISIN DE000A2YN900
AXC0101 2026-02-10/10:04
Relevante Links: TeamViewer AG