Wiener Börse (Nachmittag) - ATX gewinnt 1,01 Prozent / Sentix-Konjunkturindikator überraschend stark verbessert - Bankenwerte gesucht
Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Montag im Nachmittagshandel weiter befestigt gezeigt. Der heimische Leitindex ATX verbesserte sich um weitere 1,01 Prozent auf 5.722,96 Punkte. Der ATX Prime stieg um 0,99 Prozent auf 2.841,60 Zähler. An den europäischen Leitbörsen zeigte sich ein uneinheitliches Bild.
In der Eurozone hat sich die Bewertung der konjunkturellen Entwicklung durch Finanzmarktexperten überraschend stark verbessert. Der vom Analyseinstitut Sentix erhobene Konjunkturindikator stieg im Februar um 6 Punkte auf plus 4,2 Punkte, wie Sentix am Montag in Limburg mitteilte. Die ist der höchste Wert seit dem vergangenen Juli und deutlich besser als von Analysten gedacht. Diese hatten nach dem leicht negativen Wert im Jänner 0,0 Punkte erwartet. Sentix sprach von einem weiteren Silberstreif am Horizont und urteilte: "Eine Aufschwungphase dürfte damit begonnen haben."
Als Reaktion auf die US-Zölle setzen mittelständische Unternehmen aus Deutschland verstärkt auf den Heimatmarkt. In einer aktuellen Firmenumfrage der genossenschaftlichen DZ-Bank geben 53 Prozent der Unternehmen an, ihre Produkte verstärkt im eigenen Land absetzen zu wollen. Auch beim Einkauf setzt eine Mehrheit verstärkt auf Lieferanten aus Europa (53 Prozent) oder Deutschland (51 Prozent).
Unternehmensseitig stand am heimischen Markt im Handelsverlauf wenig am Programm. Die Analysten der Berenberg Bank bestätigten ihre Kaufempfehlung "Buy" und das Kursziel von 250 Euro für die Aktien der Do&Co-Aktie. "Die Positionierung als Premiumanbieter in ihren Endmärkten hat sich für das Unternehmen bewährt, und wir gehen davon aus, dass dies auch weiterhin so bleiben wird.", sagte der Analyst Christoph Greulich. Die Werte von Do&Co fielen um 1,41 Prozent auf 195,80 Euro.
Die Kapsch TrafficCom erhielt den Zuschlag für die Errichtung eines Satellitenmautsystems in Litauen. Das Auftragsvolumen beziffert das österreichische Unternehmen mit 13,4 Mio. Euro. Es handelt sich dabei um ein Mautsystem für Lkw mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen, wobei die Mautabwicklung über eine Smartphone-App vorgesehen ist und sich nach der tatsächlich zurückgelegten Strecke richtet, teilte Kapsch TrafficCom am Montag mit. Die Erste Group Research gaben das Kursziel 7 Euro bei "Halten" für die Aktien von Kapsch TrafficCom aus - sie lagen am Nachmittag unverändert bei 6 Euro.
Gut gesucht waren an Nachmittag im Sog der Ankündigung der UniCredit, Milliardensummen an ihre Aktionärinnen und Aktionäre auszuschütten, auch andere Bankwerte. Raiffeisen Bank International (RBI) gewann 1,76 Prozent, die Erste Group 1,68 Prozent. Die BAWAG stieg um 1,47 Prozent. Deutlich im Plus zeigten sich auch die Werte von RHI Magnesita (3,68 Prozent) und von Zumtobel (3,19 Prozent).
Andritz legte am Nachmittag um 2,12 Prozent zu. Die Aktien des Maschinen- und Anlagenbauers hatten am Freitag nach vorläufigen Geschäftszahlen für 2025 um 6,85 Prozent verloren.
Am unteren Ende standen hingegen CPI Europe, die 1,87 Prozent nachgaben. Verbund verlor 1,79 Prozent. Frequentis fiel um 1,66 Prozent.
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ISIN AT0000999982