Aktien Frankfurt: Dax-Erholung geht noch etwas weiter
Die am Freitag gestartete Erholung des Dax hat
sich am Montag fortgesetzt. Gestützt auf eine Freitagsrally an der
Wall Street und einen Kurssprung in Japan blieben die Anleger
zuversichtlich für deutsche Aktien. Vor wichtigen Konjunkturdaten
aus den USA, die im Wochenverlauf erwartet werden, fehlte dem
Leitindex aber noch der notwendige Schwung für einen Test der
25.000-Punkte-Marke.
Der Dax stieg am Nachmittag um knapp ein halbes
Prozent auf 24.834 Punkte, nachdem er sich den 25.000 Punkten im
frühen Handel bis auf 60 Punkte genähert hatte. Mit 31.781 Zählern
war das Plus beim MDax zuletzt 0,4 Prozent groß. Dem
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 reichte ein Anstieg
um 0,3 Prozent für die Rückkehr über die 6.000-Punkte-Marke.
Im Januar hatte der Dax mit 25.507 Punkten seinen Rekord erklommen,
bevor er dann belastet wurde von neuen zoll- und geopolitischen
Sorgen sowie aufkommender Bedenken in puncto Wettbewerb durch KI für
einige Branchen sowie hoher KI-Investitionen. Als entscheidend
dafür, ob der Widerstand bei 25.000 Punkten nach oben durchbrochen
werden kann, nannte der Marktbeobachter Jochen Stanzl von der
Consors Bank die am Mittwoch und Freitag erwarteten Arbeitsmarkt-
und Inflationsberichte aus den USA.
Im Dax knüpften die SAP -Aktien als Schwergewicht mit
plus 1,8 Prozent an ihre Erholung von ihrem jüngsten Tief seit
Anfang 2024 an. Die Experten von Index-Radar sprachen von einer
Entlastung bei den Softwareaktien, bei denen es zuletzt deutliche
Anzeichen einer technischen Überreaktion auf die Sorge gegeben habe,
dass die Künstliche Intelligenz Geschäftsmodelle gefährden könnte.
In Deutschland setzten die Anleger nach den jüngsten Gewinnmitnahmen
auch wieder auf Rüstungswerte. Rheinmetall stützten
den Dax mit einem Anstieg um 1,8 Prozent, während Renk
im MDax nach einer Kaufempfehlung von Warburg
Research um 5,4 Prozent anzogen. Trotz der Gespräche über einen
Waffenstillstand in der Ukraine werden Experten nicht müde zu
betonen, dass Rücksetzer neue Kaufchancen eröffnen.
Dies unterstrich am Montag Warburg-Experte Christian Cohrs mit Blick
auf Renk, die sich zuletzt von ihrem Rekordhoch um bis zu 40 Prozent
entfernt hatten, aber vom sich abzeichnenden Superzyklus im
Verteidigungsbereich profitieren sollten. Dem Experten zufolge ist
die Anlagestory bei dem Panzergetriebe-Hersteller intakt und die
operative Entwicklung langfristig gut berechenbar.
Angetrieben von einer Kaufempfehlung der UBS erholten sich die Titel
von Scout24 um 1,3 Prozent von ihrem Tief seit
September 2024. Ähnlich wie bei SAP hatte sich der Abverkauf bei dem
Online-Portalbetreiber zuletzt verschärft wegen KI-Sorgen. Jo
Barnet-Lamb schrieb nun, das Unternehmen rage mit Blick auf dieses
Thema positiv heraus.
Positiv war am Montag noch das Umfeld für europäische Banken, deren
Sektorindex von Unicredit angeführt wurde. Die
Italiener, die eine hohe Beteiligung an der Commerzbank aufgebaut
haben, kündigten Milliardenausschüttungen an ihre Aktionäre an. Die
Titel der Commerzbank konnten im Gefolge 1,8 Prozent
zulegen.
Im MDax zeigten die Titel von Bechtle weiterhin
Schwäche. Sie knüpften mit einem Abschlag von drei Prozent an ihre
jüngste Talfahrt an, die in der Vorwoche ihren Ursprung hatte in
Form von enttäuschenden Jahreszielen. Die Kursgewinne der Aktien
seit Mitte November sind so gut wie aufgezehrt.
Noch etwas größer wurden im Tagesverlauf die Kursverluste bei dem
MDax-Mitglied Delivery Hero . Die Titel des
Essenslieferdienstes verloren zuletzt 5,7 Prozent an Wert. Verwiesen
wurde auf einen Bericht der italienischen Nachrichtenagentur Ansa
zum Italiengeschäft der Tochter Glovo./tih/mis