ROUNDUP 2: Unicredit will Gewinn weiter steigern - Milliarden für Aktionäre
(neu: Aussagen von Unicredit-Chef Andrea Orcel zu Commerzbank, Kurs aktualisiert.)
MAILAND (dpa-AFX) - Die italienische Großbank Unicredit
Die Bank will in den kommenden Jahren 80 Prozent ihrer Gewinne für Dividenden und Aktienrückkäufe ausgeben. In den nächsten drei Jahren sollen auf diese Weise mindestens 30 Milliarden Euro aus dem Unternehmen abfließen. Binnen fünf Jahren sollen es 50 Milliarden Euro sein. Sollte sich bei der Bank weiteres Überschusskapital ansammeln, könnte die Summe noch höher ausfallen.
Im vergangenen Jahr sprudelten bei der Unicredit erneut die Gewinne. Der bereinigte Überschuss wuchs um knapp 14 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro. Der tatsächliche Gewinn legte um gut 12 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro zu.
Mit dem Überschuss von 2025 und ihren Gewinnzielen übertraf die
Unicredit die Erwartungen von Analysten. So wuchs die Rendite auf
das materielle Eigenkapital im vergangenen Jahr auf den bisherigen
Höchstwert von 19,2 Prozent und soll bis 2028 auf mehr als 23
Prozent zulegen. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank
Auch bei der Effizienz im Kerngeschäft will Orcel das Mailänder Geldhaus zu weiteren Rekorden führen. Bis 2028 sollen die Erträge von zuletzt 24,5 Milliarden auf 27,5 Milliarden Euro klettern. Die Kosten des Instituts sollen dann nur noch etwa 33 Prozent der Erträge aufzehren. Im vergangenen Jahr waren es noch 38,5 Prozent. Die Deutsche Bank kam zuletzt auf 64 Prozent. Die Commerzbank hat sich für 2025 etwa 57 Prozent und für 2028 rund 50 Prozent vorgenommen.
In einem Interview des Fernsehsenders CNBC anlässlich der
Zahlenvorlage äußerte sich Orcel auch zu der aufgebauten Beteiligung
an der Commerzbank
Die Unicredit war im September 2024 als Großaktionärin bei der Commerzbank eingestiegen. Inzwischen hat sie ihre Beteiligung über echte Aktien auf mehr als 26 Prozent ausgebaut. Zusammen mit Finanzinstrumenten hat sie Zugriff auf mehr als 29 Prozent der Anteile. Ab 30 Prozent müssten die Italiener ein Übernahmeangebot für die übrigen Commerzbank-Aktien abgeben.
Dazu hat sich Orcel bisher nicht durchgerungen. Denn bei der Commerzbank, dem Betriebsrat der Frankfurter und in der deutschen Politik trifft er mit seinen Übernahmeplänen auf Widerstand. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp versucht das Frankfurter Geldhaus nun deutlich rentabler zu machen und hat sich dazu vor einem Jahr neue Mittelfristziele gesetzt. Damit will sie die Commerzbank für die Aktionäre so attraktiv machen, dass sie ihre Anteile lieber behalten, als sie an das Geldhaus aus Mailand zu verkaufen.
Um den Gewinn weiter zu steigern, sollen bei der Commerzbank auf damaliger Basis bis Ende 2027 etwa 3.900 Vollzeitstellen wegfallen, davon 3.300 in Deutschland. Auch wenn andernorts neue Stellen entstehen sollen, will der Vorstand die Kosten der Bank so deutlich senken. Zugleich will Orlopp über mehrere Jahre hinweg die Nettogewinne komplett an die Aktionäre ausschütten.
Die Unicredit ist an der Börse momentan mit 123 Milliarden Euro bewertet. Die Commerzbank kommt auf rund 40 Milliarden Euro./stw/lew/men/mis
ISIN DE000CBK1001 DE0005140008 IT0005239360 GRS015013006
AXC0160 2026-02-09/14:19
Relevante Links: Deutsche Bank AG, Commerzbank AG, Alpha Bank S.A., UniCredit S.p.A.