ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Erholung mit US-Rückenwind
Europas Börsen haben am Freitag mit
Rückenwind aus den USA zugelegt. Nach der Nervosität vergangener
Tage kehrte vor dem Wochenende wieder etwas Risikobereitschaft der
Anleger an die Märkte zurück. Dies zeigte sich auch an anziehenden
Kursen von Kryptowährungen. Zur Erholung trug bei, dass sich die
Lage am Markt für Edelmetalle beruhigte.
Der EuroStoxx 50 baute seine Gewinne am Nachmittag
aus, als die US-Börsen zur Erholung ansetzten. Der
Eurozonen-Leitindex verabschiedete sich 1,23 Prozent höher bei
5.998,40 Punkten ins Wochenende. Seine Wochenbilanz wurde so mit
0,85 Prozent noch positiv. Die Marke von 6.000 Punkten, über der er
am Dienstag seinen bisherigen Rekord von 6.073 Zählern aufgestellt
hatte, konnte der Eurozonen-Leitindex im Tagesverlauf aber nur kurz
wieder überwinden.
Außerhalb der Eurozone legte der britische Leitindex FTSE 100
um 0,59 Prozent auf 10.369,75 Punkte zu, während der
Schweizer SMI um 0,27 Prozent auf 13.503,06 Punkte
stieg. Auch diese beiden Indizes stehen unweit ihrer erst wenige
Tage alten Bestmarken.
Auf Sektorebene waren vor allem Baustoffwerte gefragt. Hier stützte
der Kurssprung um rund zehn Prozent bei Vinci . Der
französische Infrastrukturkonzern hatte mit den Zahlen für das
vergangene Jahr die Markterwartungen übertroffen. Analysten lobten
besonders den freien Barmittelzufluss, der mit sieben Milliarden
Euro überraschend hoch ausfiel.
Deutlich abgeschlagen war der Autosektor, wie ein Kursrutsch um drei
Prozent beim Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts
zeigt. Nach Volvo Cars am Vortag erlitt nun
Stellantis einen heftigen Kurseinbruch. Die Titel des
Mutterkonzerns von Marken wie Peugeot, Fiat, Opel und Chrysler
brachen um mehr als 25 Prozent ein.
Stellantis schrieb wegen der US-Elektroauto-Kehrtwende rote Zahlen
und strich die Dividende. Abschreibungen von fast 22 Milliarden Euro
waren die Folge. Die Analysten von Jefferies sprachen von
rekordhohen Belastungen im zweiten Halbjahr 2025. Dies färbte auch
besonders deutlich auf die Titel des französischen Konkurrenten
Renault ab: Ihr Kurs fiel um 3,3 Prozent. Bei
deutschen Autobauern waren die Abgaben weniger stark.
Im insgesamt freundlichen Bankensektor schlossen zwei Branchenwerte
mit Verlusten. Bei der UBS waren diese mit 0,4
Prozent weniger deutlich nach der Abstufung durch mehrere Analysten.
2,2 Prozent verloren derweil die Titel der Societe Generale
, obwohl die französische Bank ein überraschend gutes
Schlussquartal hinter sich hat und die Dividende aufstocken will.
Neben einem enttäuschenden Handelsgeschäft war auch von
Gewinnmitnahmen die Rede./tih/stw