Wiener Aktienmarkt vorbörslich im Minus erwartet / ATX um 0,10 Prozent schwächer erwartet
Der Wiener Aktienmarkt dürfte am Freitag den Handel erneut im Minusbereich aufnehmen. Bankenindikationen auf den ATX taxierten den Leitindex rund 45 Minuten vor dem Sitzungsauftakt um 0,10 Prozent schwächer. An den europäischen Leitbörsen werden ebenfalls leichte Verluste signalisiert.
Der starke Euro und eine nachlassende Inflation setzten die Europäische Zentralbank (EZB) beim Leitzins nicht unter Zugzwang. Sie beließ ihn am Donnerstag bei 2,0 Prozent. Laut EZB-Chefin Christine Lagarde kam die Euro-Stärke auf der Sitzung zur Sprache. Man habe zwar kein Ziel für den Wechselkurs: "Aber wir sind uns bewusst, dass er sowohl für die Wachstums- als auch für die Inflationsaussichten wichtig ist."
In den USA richtet sich der Blick auf das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan. Es werde erwartet, dass die Stimmung der Verbraucher weiterhin eher gedämpft ausfällt, so die Helaba-Analysten. Zuletzt gestiegene Benzinpreise könnten tendenziell belastet haben und auch die innenpolitischen Auseinandersetzungen (Stichwort: Minneapolis) könnten sich negativ ausgewirkt haben. Alles in allem werden die Zahlen aber wohl nicht in der Lage sein, eine wesentliche Veränderung an den Zinssenkungserwartungen bezüglich der Fed hervorzurufen. Weiterhin ist zur Jahresmitte ein Zinsschritt eingepreist und ein weiterer bis Ende des Jahres, hieß es.
Unternehmensseitig meldete sich zunächst der steirische Maschinen- und Anlagenbauer Andritz mit den vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2025 zu Wort. Demnach stieg der Auftragseingang von 8,3 Mrd. auf 8,9 Mrd. Euro, der Umsatz aber sank um gut 5 Prozent auf 7,9 Mrd. Euro, hieß es in einer Aussendung. Für heuer erwartet das Unternehmen "eine Projektaktivität auf dem derzeitigen Niveau" sowie ein Umsatzwachstum auf 8,0 bis 8,3 Mrd. Euro. Die Andritz-Aktie startet mit 75,90 Euro in den Tag.
Die Erste Group Research berichtet von Mayr-Melnhof, die eine prognostizierte nicht zahlungswirksame Wertminderung der Vermögenswerte in der Höhe von 65 bis 75 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2025 bekannt gegeben haben. Die Analysten betrachten diese Bekanntgabe "eindeutig als negativ". Der Geschäftsbereich Board & Paper von Mayr-Melnhof steht seit mehreren Quartalen unter Druck, belastet durch anhaltende Überkapazitäten, schwache Preise und wiederkehrende EBIT-Verluste sowohl im Geschäftsjahr 2023 als auch im Geschäftsjahr 2024. Die Mayr-Melnhof-Aktie startet mit 98,90 Euro in den Wochenausklang.
Am Donnerstag hatte der ATX um 1,93 Prozent schwächer bei 5.637,04 Punkten geschlossen.
Die größten Kursgewinner im prime market am Donnerstag:
Semperit +3,82% 13,06 Euro EuroTeleSites +2,08% 4,41 Euro Kapsch TrafficCom +1,71% 5,96 Euro
Die größten Kursverlierer im prime market am Donnerstag:
Raiffeisen Bank International -5,16% 41,52 Euro Verbund -2,94% 59,40 Euro BAWAG -2,88% 135,10 Euro
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