Aktien New York: Schwach - Alphabets Investitionspläne bereiten Sorgen
Technologieaktien in den USA haben am
Donnerstag erneut einen schweren Stand gehabt. Dieses Mal zogen ihre
Verluste zudem auch den überwiegend mit Standardwerten bestückten
Wall-Street-Index Dow Jones Industrial nach unten.
Die Verunsicherung rund um Aktien mit Bezug zu Künstlicher
Intelligenz (KI) setzte sich fort. Verstärkt wurde sie durch die
Ankündigung weiterer massiver Investitionen der Google-Mutter
Alphabet im Wettlauf der KI-Entwickler. Im Fokus standen obendrein
erneut schwache Daten vom Arbeitsmarkt im Januar.
Der Dow büßte rund zwei Stunden vor dem Börsenschluss 1,2 Prozent
auf 48.917 Zähler ein, hatte allerdings am Vortag ein Rekordhoch
erreicht. Der breite S&P 500 gab um 1,2 Prozent auf
6.799 Zähler nach. Der Nasdaq 100 sackte mit minus
1,3 Prozent auf 24.570 Punkte auf den tiefsten Stand seit November.
"Die schwachen Arbeitsmarktdaten in den USA sind der deutlichste
Ausdruck der K-förmigen Konjunktur", sagte Strategiechef Joachim
Klement bei Panmure Liberum. "Während der Technologiesektor boomt,
leidet der Rest der Wirtschaft unter höheren Zöllen und mangelnder
Nachfrage. Dies führt zu einem scheinbar widersprüchlichen Bild: Das
BIP-Wachstum ist solide, der Arbeitsmarkt jedoch schwach", sagte er.
In den USA hatten in der vergangenen Woche weit mehr Menschen
Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt als erwartet. Tags zuvor
hatte bereits der Arbeitsmarktdienstleister ADP schwache
Beschäftigungszahlen im Januar aus der US-Privatwirtschaft bekannt
gegeben. Nun wird mit Spannung auf den Bericht der Regierung
gewartet, der jedoch erst am 11. Februar veröffentlicht wird.
Unternehmensseitig machten Quartalsbilanzen großer US-Konzerne
weiterhin die Musik, wobei es Druck vor allem weiterhin insbesondere
bei Technologieunternehmen gab. Die Alphabet-Aktie ,
die zeitweise um 8 Prozent abgesackt war, gab zuletzt noch um 2,5
Prozent nach. Allerdings hatte sie erst am Dienstag ein Rekordhoch
erreicht. Experten verwiesen vor allem auf die Verdoppelung der
Investitionen im Vergleich zum Vorjahr. Bis zu 185 Milliarden Dollar
plant der zu den glorreichen Sieben zählende Techgigant auszugeben,
wahrscheinlich vor allem für Rechenzentren. Angesichts der jedoch
klaren Signale für eine Nachfrage nach KI vertritt Citigroup-Analyst
Ronald Josey die Ansicht, "dass Google in Produkte und die
Bewältigung von Kapazitätsproblemen investieren sollte".
Ein wesentlicher Profiteur der hohen Investitionen könnte der
Chip-Hersteller Broadcom sein, begründeten Experten
das im schwachen Markt herausstechende Plus dieser Papiere in Höhe
von 3,0 Prozent.
Qualcomm sackten auf den tiefsten Stand seit April
2025. Zuletzt verloren die Anteile des auf die Mobilfunkindustrie
ausgerichteten Chipherstellers 7,5 Prozent. Die globale Knappheit an
Memory-Chips dürfte das Geschäft belasten. Amazon
verloren 4,0 Prozent. Der Online-Handelsgigant wird nachbörslich
über sein Quartal berichten.
Die Papiere des Chipherstellers für Elektromobilität, Wolfspeed
, brachen um 17 Prozent ein. Im laufenden
Geschäftsquartal erwartet das Unternehmen im Vergleich zum
Vorquartal einen Umsatzrückgang.
Die Pharma-Aktie Bristol-Myers Squibb legte um 3,8
Prozent zu. Sowohl die Umsatzprognose als auch das Gewinnziel für
dieses Jahr waren besser als erwartet ausgefallen. Eli Lilly
dagegen büßten 6,5 Prozent ein, nachdem sie tags
zuvor nach einem starken Ausblick noch um etwas mehr als 10 Prozent
hochgesprungen waren. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete,
kommt auf Eli Lilly und Novo Nordisk günstigere
Konkurrenz bei Abnehmmedikamenten durch das
US-Telemedizinunternehmen Hims and Hers zu. Dessen
Aktien verloren nach anfänglicher Euphorie zuletzt fünf Prozent.
Novo hatte zuvor vor Risiken für die Sicherheit von Patienten
gewarnt, sollten diese die preiswertere Variante nutzen./ck/he