ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax schwächelt - Sorgen über Techbranche
Der Dax hat nach einem
freundlichen Start am Mittwoch geschwächelt. Auslöser war eine
allgemein weiterhin schlechte Stimmung in der Technologie-Branche.
Mit einem Abschlag von 0,72 Prozent auf 24.603,04 Punkte ging der
deutsche Leitindex aus dem Tag. Gerüchte über eine Lockerung des
EU-Emissionshandels stützten zwar, halfen aber nicht, das Blatt zu
wenden.
Viel Technologie stecke zwar nicht im Dax, aber wenn diese Aktien
Federn lassen müssten und wie SAP oder Siemens
hoch gewichtet seien, bekomme das der Index durchaus
zu spüren, kommentierte Christine Romar, Europachefin bei CMC
Markets. Weiterhin belasteten Sorgen über die Einführung neuer Tools
rund um Künstliche Intelligenz (KI) und deren potenzielle Störung
traditioneller Geschäftsmodelle vor allem die Aktien von Software-
und Datenbankanbietern.
Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte verlor 0,04
Prozent auf 31.524,63 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx
50 ging es um 0,41 Prozent auf 5.970,47 Punkte
abwärts. Außerhalb der Euroregion stiegen die britische und die
Schweizer Börse auf ein Rekordhoch und beendeten den Tag mit
Gewinnen. In den USA war das Bild uneinheitlich. Der Dow Jones
Industrial kletterte zum europäischen Handelsschluss
knapp unter sein tags zuvor erreichtes Rekordhoch. Die überwiegend
mit Technologie-Aktien bestückte Nasdaq gab erneut kräftig nach.
Die Vorsicht bleibe derzeit ein "stetiger Begleiter der Investoren",
sagte Marktexperte Andreas Lipkow. Denn auch die Situation im Nahen
Osten sei weiter ein Thema, angesichts der angespannten Lage dort.
Obendrein "kommen immer mehr durchwachsene Unternehmensnachrichten
und Quartalsberichte in die Finanzmärkte."
Die bisher in diesem Jahr gut gelaufenen Aktien von Siemens büßten
7,2 Prozent ein, Infineon gaben trotz solider
Quartalszahlen um 1,9 Prozent nach. Den SAP-Aktien, die tags zuvor
bereits deutlich gelitten hatten, retteten sich gegen Handelsschluss
knapp ins Plus. Allgemeine Bedenken in der Softwarebranche
verunsichern. Die tags zuvor erfolgte Abwertung dieses Bereichs
könne nicht länger ignoriert werden, schrieb etwa
Morgan-Stanley-Analyst Max Yates zu Siemens. Der Software-Anteil der
Sparte Digital Industries mache mittlerweile 20 Prozent des gesamten
Firmenwertes aus. An die aktuelle Situation angepasst, würde der
Wert der Konzernteile in der Summe um vier Prozent sinken, schrieb
er.
Unter den Sorgen vor KI-Konkurrenz litten zudem auch die Papiere der
Immobilienplattform Scout24 mit minus 5,4 Prozent.
Ein Bericht im "Handelsblatt" über eine Verlängerung kostenloser
Emissionszertifikate durch die Europäische Union (EU) belastete zwar
Heidelberg Materials , die um fast 10 Prozent
einbrachen. Doch Chemie- und Autowerte legten zu. Brenntag
gewannen an der Dax-Spitze knapp 10 Prozent und BASF
stiegen um 5,0 Prozent. VW , BMW
und Mercedes gewannen um die vier
Prozent. Im MDax sprangen Lanxess und Wacker Chemie
um die zwölf Prozent hoch. Evonik
stiegen um 6,0 Prozent.
In dem Medienbericht hieß es unter Berufung auf einen hochrangigen
EU-Beamten, die EU-Kommission wolle ihr wichtigstes
Klimaschutzinstrument, den Europäischen Emissionshandel,
abschwächen. Geplant sei, über einen längeren Zeitraum als bisher
vorgesehen kostenlose Zertifikate auszugeben, um energieintensive
Unternehmen wie etwa aus der Chemiebranche zu entlasten. Heidelberg
Materials litten, da sie wegen ihrer branchenführenden Position bei
der Dekarbonisierung und Abscheidung von CO2-Emissionen im
Produktionsprozess als Profiteur eines stärkeren Klimaschutzes
gegolten hatten.
Die Papiere von PVA Tepla brachen als Schlusslicht im
Nebenwerteindex SDax um knapp 15 Prozent ein. Das
Technologieunternehmen setzte 2025 weniger um und verdiente auch
weniger. Zudem enttäuschte der Ausblick./ck/he