ROUNDUP/Aktien New York: KI-Thema belastet viele Tech-Werte - Dow jedoch im Plus
Mit Blick auf den Technologiesektor halten sich
die Investoren an den US-Börsen am Mittwoch weiter zurück. Von einer
Erholung gab es im frühen Handel beim Nasdaq 100 , der
am Vortag schon deutlich gefallen war, keine Spur. Anleger
hinterfragen neuerdings, für welche Branchenunternehmen die
Künstliche Intelligenz neben Chancen auch eine Gefahr bedeutet. Der
technologielastige Leitindex büßte zuletzt 0,9 Prozent auf 25.108
Punkte ein.
Geringfügig besser sah es am breiten Markt aus, wo der S&P 500
um die Gewinnschwelle pendelte. Zuletzt lag der
vielseitige Index 0,1 Prozent im Minus bei 6.912 Zählern. Klare
Gewinne gab es aber für den stärker auf Standardwerte fokussierten
Dow Jones Industrial , der im frühen Mittwochshandel
um 0,6 Prozent auf 49.540 Punkte stieg. Er blieb aber unter seinem
Vortagsrekord von 49.653 Zählern.
Die Portfoliomanagerin Stephanie Niven von Ninety One sprach von
"wahllosen Verkäufen" bei gewissen Branchenwerten aus dem Software-
und IT-Bereich. Es sei noch nicht abschließend geklärt, wie viel
davon purer Angst geschuldet oder auch fundamental begründbar sei.
Klar sei jedoch, dass es bei vielen Werten einen Vertrauensverlust
gebe. Dieses Vertrauen müsse erst wieder hergestellt werden.
Unter den Dow-Werten erwischte der Ausverkauf die Aktien von Nvidia
, Salesforce und IBM ,
die bis zu 3,3 Prozent einbüßten. Ihrem freien Fall gar nicht
entkommen konnten die Aktien des App-Entwicklungsdienstleisters
Applovin , die nochmals um 16 Prozent abrutschten.
Seit Weihnachten hat sich der Kurs des Unternehmens mittlerweile
fast halbiert.
Auch im Gaming-Bereich machten sich zuletzt die Sorgen bemerkbar,
dass die Künstliche Intelligenz bald die Branche aufmischen wird.
Die Titel von Take-Two , setzten ihren Kursrutsch um
4,2 Prozent fort, obwohl im dritten Quartal deutlich die Erwartungen
übertroffen wurden. Omar Dessouky von der Bank of America sieht hier
eine klare Kaufgelegenheit vor der Einführung einer neuen Version
des Kassenschlagers "Grand Theft Auto".
Dem Kursrutsch bei einigen Tech-Werten schloss sich AMD
mit einem Einbruch um mehr als 14 Prozent an, hier
allerdings wegen individueller Nachrichten. Am Markt hieß es, die
Umsatzprognose des Chipherstellers enttäusche die Anleger. Dies sei
ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen nicht die von einigen
erwarteten Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz
erziele.
Ein Lichtblick waren US-Pharmawerte, die von Eli Lilly
mit einem Kurssprung um sieben Prozent angeführt
worden. Anders als der europäische Konkurrent Novo Nordisk
glänzten die Amerikaner im Wettkampf um
Gewichtssenker-Produkte mit ihrer Prognose für 2026. Anleger werten
dies als Indiz, dass die Amerikaner den Europäern davon laufen.
Novo-Aktien waren am Mittwoch in Kopenhagen um 18 Prozent
eingebrochen.
Aus dem Pharmabereich legten die Aktien von Amgen
fast fünf Prozent zu. Das Biotechnologie-Unternehmen hat dank
starker Verkäufe seiner Topmedikamente im abgelaufenen Quartal
überraschend viel umgesetzt und verdient.
Für Aufmerksamkeit sorgte noch eine Übernahme: Texas Instruments
will den texanischen Halbleiterhersteller Silicon
Labs für 7,5 Milliarden US-Dollar kaufen. Das ließ
dessen Kurs um fast 50 Prozent nach oben schnellen, während die
Titel von Texas Instruments in dem schwachen Tech-Umfeld um 1,3
Prozent nachgaben.
Einen Kurssprung um 40 Prozent konnten die Anleger von Enphase
Energy feiern. Der Hersteller von Solar-Produkten wie
etwa Wechselrichtern übertraf mit seinem Ausblick auf das erste
Geschäftsquartal die Erwartungen und signalisierte einen Wendepunkt,
was die Nachfrage betrifft - wohl auch unter dem Einfluss bald
endender Steuervorteile./tih/he