ROUNDUP/Preisdruck: Novo Nordisk erwartet 2026 Umsatzrückgang - Aktie stürzt ab
Starke Konkurrenz für seinen Gewichtssenker
Wegovy und das Diabetes-Mittel Ozempic bringt den Pharmakonzern Novo
Nordisk
In der Frühe ging es für die im Stoxx 50
Analysten hatten mit einem weitaus geringeren Rückgang gerechnet. Die Prognose der Dänen impliziere, dass bereinigter Umsatz, operatives Ergebnis und Ergebnis je Aktie um 7 bis 10 Prozent unter den jeweiligen Konsensschätzungen liegen dürften, kalkulierte etwa Graham Parry von der Citigroup. Auf ähnliche Berechnungen kam auch Richard Vosser von der US-Bank JPMorgan.
Für 2026 rechnet Novo Nordisk währungsbereinigt mit einem Umsatzrückgang von 5 bis 13 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitgeteilt hatte. Novo verwies zur Begründung neben der Einigung in den USA auch auf das Auslaufen von Patenten für seinen Diabetes- und Abnehmwirkstoff Semaglutid in einigen Märkten.
Das nun angekündigte Umsatzminus wäre der erste Rückgang seit 2017, damals hatte Novo Nordisk leichte Einbußen inmitten eines Preiskampfes bei Insulin verzeichnet. Seitdem waren die Gewichtssenker zum wichtigsten Kassenschlager der Dänen geworden und hatten in den vergangenen Jahren für regelmäßig steigende Milliardenumsätze gesorgt.
Doch die Spitzenposition im Markt für die Abnehmmittel hat der Konzern mittlerweile verloren. Die Dänen gerieten im Ringen mit dem direkten US-Wettbewerber Lilly ins Hintertreffen, dessen Konkurrenzmittel als effektiver gelten. Eli Lilly wird noch an diesem Mittwoch aktuelle Geschäftszahlen vorlegen, die dann ein noch genaueres Bild der Konkurrenzsituation ermöglichen werden.
Obendrein gab es im vergangenen Jahr vermehrt für Novo Nordisk Schwierigkeiten, weil in den USA Apotheken und andere Hersteller unter Ausnutzung regulatorischer Schlupflöcher billigere Kopien seiner Abnehmmedikamente auf den Markt brachten.
Im November einigte sich Novo Nordisk dann mit der US-Regierung auf deutliche Preissenkungen für seine Blockbuster wie Wegovy und Ozempic, die unter anderem im Rahmen staatlicher Gesundheitsprogramme gelten sollen.
Wie die Dänen beugten sich seinerzeit auch viele andere Pharmakonzerne dem Vorstoß der Regierung, darunter auch Konkurrent Lilly. Die US-Regierung will so die Kosten im US-amerikanischen Gesundheitssystem senken. Sie hatte den Pharmakonzernen daher mit hohen Zöllen gedroht, sollten sie nicht für niedrigere Preise sorgen und mehr Produktion in die USA holen.
Vorstandschef Mike Doustdar, der seit August 2025 an der Spitze von Novo Nordisk steht, hatte wegen der Probleme bereits kurz nach seinem Amtsantritt den Abbau von rund 9.000 Stellen angekündigt - den Großteil davon in Dänemark. Dabei gab es auch schon erste Veränderungen im obersten Top-Management.
Neben dem Umbau hat Doustdar die Entwicklung neuer Medikamente zum wichtigsten Ziel erklärt. Große Hoffnungen setzt er auch auf die Wegovy-Pille, die in den USA Ende 2025 zugelassen wurde. Hier gebe es bereits 170.000 weitestgehend neue Verwender der Tablette, sagte er vor Journalisten. Allerdings ist auch Konkurrent Lilly mit einer eigenen Abnehmtablette den Skandinaviern dicht auf den Fersen - der US-Konzern hofft auf grünes Licht in den nächsten Monaten.
Im vergangenen Jahr hatten die Dänen ihren Umsatz immerhin noch steigern können. Der Erlös kletterte den Angaben vom Dienstag zufolge um sechs Prozent auf gut 309 Milliarden dänische Kronen (rund 41,4 Mrd Euro), währungsbereinigt lag das Plus bei zehn Prozent - und damit im Rahmen der Anfang November gesenkten Prognose. Das operative Ergebnis fiel um ein Prozent auf 127,7 Milliarden Kronen, wobei sich Währungseffekte negativ bemerkbar machten. Unter dem Strich verdiente Novo Nordisk mit 102,4 Milliarden Kronen ein Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Zudem kündigte der Konzern für 2026 einen Aktienrückkauf im Volumen von bis zu 15 Milliarden dänischen Kronen an - umgerechnet etwa 2 Milliarden Euro. Begonnen wird damit an diesem Mittwoch. Aktienrückkäufe sind oft ein probates Mittel zu Kurspflege und bei einigen Investoren beliebt, weil sich durch die sinkende Zahl der ausgegebenen Aktien der Gewinn je Anteilsschein erhöht. Wie Novo Nordisk selbst mitteilte, kommt der Konzern mit dem Rückkauf auch seinen Verpflichtungen aus aktienbasierten Anreizprogrammen nach./tav/nas/mne/mis
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