Aktien Frankfurt: Dax-Erholung gerät ins Stocken - Umfeld weiter positiv
Der Dax hat sich am Dienstag
mit einer weiteren Erholung schwergetan. Der deutsche Leitindex
stand gegen Mittag nur noch 0,1 Prozent im Plus bei 24.831 Punkten,
nachdem er im frühen Handel noch um bis zu 1,2 Prozent angezogen
hatte.
Am Vortag hatte der Dax nach nervösem Start deutlich zugelegt, denn
an den Gold- und Silbermärkten hatte eine Beruhigung eingesetzt. Die
Stabilisierung dort setzt sich am Dienstag fort. Nach Einschätzungen
des Marktstrategen Ahmad Assiri vom Handelshaus Pepperstone haben
sich die Rahmenbedingungen für den Handel mit Edelmetall trotz der
jüngsten Turbulenzen wenig verändert.
Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte fiel um 0,1
Prozent auf 31.472 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
ging es um 0,2 Prozent nach oben.
Die Experten der Landesbank NordLB erläuterten, dass sich am Vortag
unter Anlegern die Erkenntnis durchgesetzt habe, dass sich an dem
fundamental positiven Umfeld für die Börsen wohl nichts grundlegend
geändert hat. So wächst die Weltwirtschaft trotz der US-Zollpolitik
und der geopolitischen Krisen robust. "Die zeitweise massiven
Verluste am Edelmetall-Markt konnten das Börsenbarometer damit nicht
nachhaltig belasten", schrieben die Fachleute.
An der Dax-Spitze stiegen die Aktien von Daimler Truck
um gut drei Prozent. Unter den europäischen
Lkw-Bauern sind die Papiere der Schwaben neuer Favorit des Analysten
Alexander Jones von der Bank of America. Der Truck-Zyklus nehme
Fahrt auf, die Bewertungen seien noch günstig, und die
Gewinnerwartungen hätten noch Luft nach oben.
Am Dax-Ende sackten die Anteilsscheine des Online-Modehändlers
Zalando um 10,5 Prozent ab. Börsianer verwiesen auf
die Warnung des Analysten Luke Holbrook von der US-Bank Morgan
Stanley vor aufkommender Konkurrenz durch globale
Social-Media-Netzwerke.
Aktien aus dem Stahlbereich waren nach ihrem jüngsten Rücksetzer
wieder gefragt. Am Vortag schon waren sie mit den Metallpreisen
angezogen, die sich von ihrem jüngsten Kurssturz erholten. Dieser
Trend setzte sich am Dienstag fort. Damit gewannen Thyssenkrupp
an der MDax-Spitze 5,3 Prozent. Im Nebenwerteindex
SDax stiegen Salzgitter um 3,5
Prozent.
Derweil geht die Berichtssaison der Unternehmen in eine neue Runde.
So will der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius an
seine jüngste Erholung anknüpfen und weiter profitabel wachsen. Die
Ziele für 2026 implizierten aber eine Senkung der Markterwartungen
für Umsatz und bereinigtes operatives Ergebnis, schrieb Charles
Pitman-King von der britischen Investmentbank Barclays. Der wohl
bewusst vorsichtige Ausblick sei für die Papiere eine Belastung. Die
Vorzugsaktien von Sartorius büßten anfängliche Gewinne ein und
fielen zuletzt unter den schwächsten Titeln im MDax um 3,7 Prozent.
Zudem bewegten erneut Analystenstimmen die Kurse. So könnte sich
nach Ansicht der Privatbank Berenberg ein Kauf der Aktien von Evotec
lohnen. Die Hamburger seien ein weltweit anerkanntes
Auftragsforschungsinstitut. Den Kunden böten sie umfangreiche
Lösungen in der Forschung und Entwicklung von Medikamenten. Die
Evotec-Papiere schnellten um knapp neun Prozent nach oben und waren
damit der klare Favorit im SDax.
Die Schweizer Großbank UBS empfahl, die Aktien des Auto- und
Industriezulieferers Schaeffler nach der jüngsten
Kursrally zu verkaufen. Der Enthusiasmus hinsichtlich humanoider
Roboter sei inzwischen zu weit gegangen, schrieb Juan
Perez-Carrascosa. Schaeffler sackten am SDax-Ende um fast sieben
Prozent ab./la/jha/