Rohstoffe (Vormittag) - Öl- und Edelmetallpreise unter Druck / Hoffnung auf Verhandlungslösung im Iran belastet Ölnotierungen - Massive Korrektur bei Gold und Silber nach Warsh-Nominierung - Europäischer Gaspreis fällt deutlich
Die Ölpreise sind am Montag massiv unter Druck geraten. Im frühen Handel weiteten die Notierungen im Sog von schwachen Rohstoffmärkten ihre Verluste aus. So haben sich an den Edelmetall-Märkten die Turbulenzen vom Wochenausklang fortgesetzt. Zudem lasten die neuesten Entwicklungen in der Iran-Krise auf dem Ölmarkt.
Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete zuletzt 66,01 US-Dollar. Das waren 5,5 Prozent weniger als am Vortag. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im März gab um 5,7 Prozent auf 61,90 Dollar nach.
Wichtigster Faktor für die Entwicklung am Ölmarkt bleibt die Lage im Iran. Der Iran prüft nach Angaben des Außenministeriums Details für diplomatische Schritte zum Abbau der Spannungen mit den USA. Es würden derzeit verschiedene Punkte untersucht, sagte Sprecher Esmail Baghaei am Montag. Teheran hoffe auf Ergebnisse in den kommenden Tagen.
Zuvor hatte Irans oberster Führer inmitten wachsender Kriegssorgen vor einer regionalen Eskalation im Falle eines US-Angriffs gewarnt. US-Präsident Donald Trump hat der Staatsführung in Teheran mehrfach mit Militärschlägen gedroht, auch wegen des brutalen Vorgehens staatlicher Repressionskräfte gegen Demonstranten bei den jüngsten Massenprotesten. Trump hatte den Druck auf Teheran zuletzt erhöht. Es seien weitere Kriegsschiffe Richtung Iran unterwegs - "und hoffentlich werden wir einen Deal machen", sagte der US-Präsident im Weißen Haus am Freitag.
Zu einer deutlichen Kurskorrektur kam es auch beim europäischen Gaspreis. Der richtungweisende Terminkontrakt TTF für europäisches Erdgas zur Auslieferung im März gab um 11,3 Prozent auf 35,15 Euro je Megawattstunde (MWh) nach. Zuletzt war der Gaspreis wegen niedriger Temperaturen in Teilen Europas und den USA gestiegen. In den USA wird nun wieder eine mildere Witterung erwartet.
Der Goldpreis setzte seine Korrektur der Vorwoche fort. Zuletzt wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) bei 4.695,69 US-Dollar gehandelt. Das waren 3,7 Prozent weniger als am Vorabend. In der Spitze war Gold bis auf 4.400 Dollar abgefallen.
Wesentlicher Auslöser des jüngsten Goldpreisrutsches war die Nominierung des früheren Fed-Gouverneurs Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Jerome Powell durch US-Präsident Donald Trump. Das hatte an den Märkten Zweifel geschürt, dass es tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik kommen wird.
Nicht wenige Spekulanten, die mit Kredit auf weiter anziehende Preise der Edelmetalle gesetzt hatten, wurden davon wohl auf dem falschen Fuß erwischt. Diese müssen dann Positionen glattstellen, was die Preise weiter belastet - eine Abwärtsspirale entsteht, bis die Lage bereinigt ist.
Der Preis für eine Feinunze Silber sackte am Montag zeitweise mehr als 15 Prozent auf unter 72 Dollar ab. Zuletzt lag der Silberpreis 2,2 Prozent tiefer bei 82,21 Dollar je Feinunze.
spa/rst