ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Trumps Fed-Nominierung bringt Verluste mit sich
Der Vorschlag von US-Präsident Donald Trump für
den künftigen Notenbankchef hat am Freitag an den New Yorker Börsen
für Aufregung gesorgt. Der Trend ging nach unten, weil der
nominierte Nachfolger Kevin Warsh nicht als Verfechter der bislang
erwarteten Lockerungen gilt. Aufgrund geldpolitischer Unsicherheit
kam es vor allem bei den Gold- und Silberpreisen zu Verwerfungen.
Quartalszahlen von Apple gingen etwas unter.
Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor 0,36
Prozent auf 48.892,47 Punkte. In der Wochenbilanz kommt er damit auf
ein ähnlich deutliches Minus, während sein Januar-Plus auf 1,7
Prozent schrumpfte. Der marktbreite S&P 500 sank am
Freitag um 0,43 Prozent auf 6.939,03 Zähler, während der Nasdaq 100
1,28 Prozent auf 25.552,39 Punkte verlor. Seine
Wochenbilanz rutschte damit auch ins Negative, während der
Tech-Index für Januar einen Anstieg um 1,2 Prozent verbuchte.
Ob Warsh tatsächlich den Wünschen von Trump nach niedrigeren Zinsen
folge, bleibe abzuwarten, meint Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der
Liechtensteiner VP Bank. Warsh verstehe aber, dass die Fed und deren
guter Ruf essenziell für das Wohlergehen der Vereinigten Staaten
sei. Es gehe dabei auch um die Stabilität des US-Finanzsystems. "Die
schlimmsten Befürchtungen, dass die Fed ihren guten Ruf als
verlässliche Notenbank verliert, dürften sich nicht bewahrheiten."
Neben der Geldpolitik blieb vor dem Wochenende die Berichtssaison
der Unternehmen im Fokus. Bei Apple reichte ein
überraschend starkes iPhone-Rekordquartal lange Zeit nicht für eine
positive Kursreaktion, weil das gute Quartal wegen einer
problematischen Versorgung mit Komponenten auf Kosten der
Lagerbestände ging. Erst spät schafften es die Titel mit 0,4 Prozent
ins Plus. Sie waren damit im Kreise der "Magnificent 7" eine
positive Ausnahme, die nur von Tesla getoppt wurde.
Die Titel des Elektroautobauers erholten sich um 3,3 Prozent vom
Vortagskursrutsch.
Gute Nachrichten gab es im Telekomsektor, angeführt vom Mobilfunker
Verizon . Dessen Titel legten fast zwölf Prozent zu,
nachdem im vierten Quartal deutlich mehr neue Mobilfunkkunden
gewonnen wurden als erwartet. Im Schlepptau zogen die Aktien von
T-Mobile US um 4,2 Prozent an.
Weniger positiv war das Bild im Kreditkartensektor. Visa
mit drei Prozent Minus und American Express
mit 1,8 Prozent rutschten nach durchwachsenen
Resultaten der beiden Unternehmen in den unteren Indexbereich. Die
Aktien blieben aber auch belastet davon, dass die Branche derzeit
unter Beschuss von Präsident Trump steht.
Durchwachsen war auch das Feedback der Anleger auf die Zahlen zweier
großer Ölkonzerne: Während Chevron im Dow mit 3,3
Prozent der zweitgrößte Gewinner nach Verizon waren, schafften es
die Titel von Exxonmobil im S&P 500 erst spät mit 0,6
Prozent in die Gewinnzone.
Im Tech-Sektor litt der Halbleiterzulieferer KLA Corp
nach der jüngsten Rekordjagd mit minus 15 Prozent unter
Gewinnmitnahmen. Das Gegenteil war bei Sandisk mit
plus 7 Prozent der Fall, wobei hier Zahlen und Ausblick gut ankamen.
Bei Speicherchips komme mit der extremen Knappheit ein
"beispielloser Preisanstieg" einher, schrieb RBC-Experte Srini
Pajjuri.
Begehrt waren ansonsten noch die Aktien des Konsumgüterkonzerns
Colgate-Palmolive , die nach überraschend gute Zahlen
um sechs Prozent zulegten.
Die Angst vor dem störenden Einfluss künstlicher Intelligenz
erfasste ansonsten die Aktien von Computerspiel-Firmen. Nachdem die
Suchmaschine Google angekündigt hat, dass Abonnenten
der KI-Plattform Google AI Ultra künftig eigene virtuelle Welten
betreten und schaffen sollen, brach der Kurs von Unity Software
um 24 Prozent ein. Das Unternehmen ist ein Anbieter
von Laufzeit- und Entwicklungsumgebungen für Computerspiele./tih/he