ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Schwache Wochenbilanz trotz Erholung im Dax
Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag
etwas vom Kursrutsch am Vortag erholt. Der Dax stieg
um 0,94 Prozent auf 24.538,81 Punkte, nachdem er tags zuvor mehr als
zwei Prozent verloren hatte. Auf Wochensicht steht damit für den
deutschen Leitindex ein Minus von rund anderthalb Prozent zu Buche.
Die Bilanz für den turbulenten Börsenmonat Januar ist nahezu
ausgeglichen. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte
ging 0,22 Prozent tiefer mit 31.164,44 Zählern ins Wochenende.
Verbraucherpreisdaten aus Deutschland hatten kaum Einfluss auf die
Kurse. Allerdings belege die wieder etwas erhöhte Kerninflation,
dass nach wie vor Inflationsdruck vorhanden sei, kommentierte
Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust. Helaba-Analyst Ralf Umlauf
rechnet dennoch damit, dass die Europäische Zentralbank dies bei
ihrer in der kommenden Woche anstehenden Zinsentscheidung mit einer
abwartenden Haltung zur Kenntnis nehmen wird: "Die Inflation liegt
im Zielbereich, auch auf europäischer Ebene, und Handlungsdruck
besteht nicht."
Mit umso größerem Interesse dürften die Anleger die Nachricht
aufgenommen haben, dass US-Präsident Donald Trump den früheren
Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef
Jerome Powell vorgeschlagen hat. Dieser galt lange als
geldpolitischer Falke, hat sich also tendenziell für höhere Zinsen
eingesetzt. Zuletzt sprach er sich aber für Leitzinssenkungen aus.
"Ob Warsh also tatsächlich den Wünschen von Donald Trump nach
niedrigeren Zinsen folgt, bleibt abzuwarten", kommentierte Thomas
Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank.
An den US-Börsen brachte die Nominierung Verluste mit sich, der New
Yorker Leitindex Dow Jones Industrial stand zum
europäischen Handelsschluss rund 0,8 Prozent im Minus. Der EuroStoxx
50 ging 0,95 Prozent höher mit 5.947,81 Punkten aus
dem Handel. Außerhalb der Eurozone legten der schweizerische SMI
und der Londoner FTSE 100 etwas
moderater zu.
Die Aktien von Adidas schnellten an der Dax-Spitze um
3,9 Prozent hoch. Dies dürfte vor allem den angekündigten
Aktienrückkäufen geschuldet sein. Im vergangenen Jahr
erwirtschaftete der Sportartikelhersteller außerdem so viel Umsatz
wie nie zuvor. Mit der Margenentwicklung hätten die Herzogenauracher
die Erwartungen übertroffen, hieß es aus dem Handel.
Die Papiere von Nordex erholten sich von ihrem
deutlichen Anfangsverlust und schlossen letztlich unverändert,
nachdem sie am Donnerstag ein Rekordhoch erreicht hatten. Laut
Nachrichtenagentur Bloomberg verkauft die Beteiligungsgesellschaft
Skion der BMW-Großaktionärin Susanne Klatten sieben Millionen
Nordex-Anteile zu einem Platzierungspreis von je 32,15 Euro. Die
Platzierung signalisiere eine solide Nachfrage, urteilte ein
Händler. Der Überhang sei beseitigt, daher könne die Kursschwäche
zum Kauf genutzt werden.
Für die Titel von Fraport ging es um 1,6 Prozent auf
den höchsten Stand seit November aufwärts. Das Analysehaus Jefferies
empfiehlt die Anteilscheine des Flughafenbetreibers nun zum Kauf.
Analystin Priyal Woolf erwartet 2026 im Flugverkehr ein starkes Jahr
mit höheren Kapazitäten der Airlines.
Die Anteilscheine von Auto1 kletterten um 1,5 Prozent
hoch. Die US-Bank JPMorgan hatte das Kursziel für den
Internet-Gebrauchtwagenhändler mit dem Vermerk "Positive Catalyst
Watch" erhöht. Analyst Marcus Diebel rechnet mit Blick auf die im
Februar anstehenden Geschäftszahlen mit positiven Nachrichten.
Im Kleinwerte-Index SDax gehörte das
Softwareunternehmen Atoss nach Jahreszahlen mit einem
Kursplus von 3,8 Prozent zu den größten Gewinnern. Atoss habe starke
Ergebnisse erzielt, lobte Henrik Paganetty vom Analysehaus Jefferies
und hob vor allem die operative Ergebnissteigerung um ein Viertel
hervor.
Die Aktien von Schaeffler setzten die Korrektur ihrer
steilen Kursrally seit November fort und fielen um sieben Prozent.
Damit ist etwa die Hälfte der Kursgewinne seit Jahresanfang wieder
weg. Allerdings beläuft sich der Zuwachs für 2026 noch immer auf ein
Fünftel. Die schweizerische Bank UBS sieht die Marktschätzungen für
2026 risikobehaftet. Die größte Sorge gelte dabei dem freien
Barmittelfluss.
Nach einer Kaufempfehlung stiegen die Jenoptik-Titel
auf den höchsten Stand seit Oktober 2024 und notierten 11,9 Prozent
im Plus. Die Deutsche Bank hatte ihr Votum von "Hold" auf "Buy"
geändert. Analyst Michael Kuhn setzt auf den Führungswechsel beim
Hightech-Unternehmen und die besseren Aussichten im
Halbleiter-Kerngeschäft.
Der österreichische Kupferspezialist Asta Energy Solutions
feierte ein erfolgreiches Börsendebüt in Frankfurt.
Die Aktien gingen nach einem Anstieg bis auf 43,50 Euro
schlussendlich mit 40,00 Euro aus dem Handel. Der Ausgabepreis lag
bei 29,50 Euro./niw/he