Wiener Börse (Eröffnung) - ATX mit plus 0,43 Prozent / Geopolitische Themen sowie Konjunkturdaten und RBI-Ergebnis im Fokus
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Die Wiener Börse hat den Handel am Freitag mit befestigter Tendenz aufgenommen. Am Vormittag notierte der heimische Leitindex ATX 0,43 Prozent höher bei 5.602,66 Punkten. Für den ATX Prime ging es 0,36 Prozent hoch auf 2.778 Zähler. Die europäischen Leitbörsen starteten im Plus.
Geopolitische Themen sind weiterhin im Fokus der Aktienmärkte. So befindet sich eine US-Flugzeugträgergruppe auf dem Weg in den Iran. US-Präsident Donald Trump hofft nach eigenen Angaben, einen Angriff der US-Armee auf den Iran vermeiden zu können. Abseits davon stehen zum Wochenausklang mehrere Bekanntgaben von Konjunkturdaten auf dem Programm.
Die moderate Konjunkturerholung in Österreich setzte sich im vierten Quartal 2025 fort. Gegenüber dem Vorquartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut Wifo-Schnellschätzung um 0,2 Prozent, im Jahresabstand legte die Wirtschaftsleistung um 0,7 Prozent zu. Für das Gesamtjahr 2025 ergebe dies auf Basis saison- und kalenderbereinigter Werte ein Wachstum von 0,6 Prozent, teilte das Institut mit.
Die deutsche Wirtschaft geht ebenfalls mit etwas mehr Rückenwind ins laufende Jahr: Im Schlussquartal 2025 legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal etwas stärker zu als zunächst angenommen. 0,3 Prozent Plus ergaben neueste Berechnungen des Statistischen Bundesamtes. Analysten hatten im Schnitt nur ein Wachstum von 0,2 Prozent erwartet.
Laut Statistik Austria gingen die heimischen Erzeugerpreise im produzierenden Bereich 2025 im Jahresschnitt um 0,8 Prozent zurück, nachdem 2024 ein Rückgang von im Schnitt 3,5 Prozent verzeichnet worden war. Ausschlaggebend waren die um 3,7 Prozent niedrigeren Preise im Bereich Energie.
Unternehmensseitig steht in Österreich zunächst die Raiffeisen Bank International (RBI) im Mittelpunkt. Laut vorläufigem Jahresergebnis 2025 stieg der Gewinn ohne Russland um 48 Prozent auf 1,44 Milliarden Euro. Geholfen haben deutlich niedrigere Vorsorgen für Fremdwährungskredite in Polen. Zudem stiegen die Erträge dank eines stärkeren Kreditwachstums an, wie die Bank in der Früh mitteilte. In Russland schrieb die Bank dagegen einen Verlust nach Steuern von 86 Mio. Euro.
Die Erste Group Research sieht im Dividendenvorschlag von 1,60 Euro pro Aktie eine positive Überraschung und eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (1,10 Euro). Allerdings wurde ein solcher Schritt erwartet. Die heutigen Ergebnisse dürften aus Sicht des Analysten Thomas Unger weitere Kursgewinne ermöglichen. UBS Research erwartet angesichts des starken Kreditwachstums, eines weiteren deutlichen Gewinnanstiegs und besserer Nettozinsertrag-Aussichten, dass die Aktien weitgehend im Einklang mit dem Sektor gehandelt werden. Der Kurs der RBI-Aktie stieg um 0,52 Prozent.
Auf Erholungskurs begab sich zunächst die Porr. Nach einem Vortagesverlust von 3,24 Prozent startete die Aktie mit einem Plus von 2,62 Prozent. Bei den schwergewichteten Banken verteuerten sich die Titel der BAWAG um 1,31 Prozent und der Erste Group um 1,02 Prozent. Die Addiko Bank verlor hingegen 3,77 Prozent.
Am unteren Ende befanden sich die Werte von OMV (minus 1,40 Prozent) und Lenzing (minus 1,34 Prozent). Die kanadische Bank RBC hatte am Donnerstag ihr Anlagevotum für die OMV-Aktie von "sector-perform" auf "underperform" zurückgenommen und das Kursziel von 50 auf 46 Euro nach unten revidiert.
rst/spa
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