ROUNDUP: US-Außenminister droht dem Iran mit Präventivschlag
US-Außenminister Marco Rubio warnt den Iran vor möglichen Angriffen auf amerikanische Stützpunkte und schließt einen militärischen Präventivschlag nicht aus. Während einer Senatsanhörung am Mittwoch (Ortszeit) sagte er: "Wenn wir Hinweise darauf haben, dass tatsächlich ein Angriff auf unsere Truppen in der Region bevorsteht, handeln wir zur Verteidigung unseres Personals in der Region."
Nach Rubios Angaben haben die USA 30.000 bis 40.000 Soldaten auf acht oder neun Einrichtungen in der Region stationiert. Alle diese Einrichtungen lägen innerhalb der Reichweite Tausender iranischer Drohnen sowie ballistischer Kurzstreckenraketen.
Bericht: Trump strebt starken und entscheidenden Schlag an
US-Präsident Donald Trump erwägt laut einem Bericht des Senders CNN im Fall eines amerikanischen Militäreinsatzes einen "starken, entscheidenden Schlag", der Teheran zwinge, die Bedingungen der USA für einen Waffenstillstand zu akzeptieren. Sollte ein Angriff auf den Iran angeordnet werden, wolle Trump schnell einen Sieg verkünden. Trump habe aber noch keine Entscheidung getroffen, berichtete CNN unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter.
Hintergrund sind dem Bericht zufolge stagnierende Gespräche über die von westlichen Staaten erwartete Begrenzung des iranischen Atomprogramms und der Produktion ballistischer Raketen. Der größte Knackpunkt ist demnach die Forderung der USA, dass der Iran die Reichweite seiner ballistischen Raketen begrenzt. Dies sei ein Anliegen, das für Israel besonders relevant sei, hieß es weiter. Der Iran habe den USA jedoch mitgeteilt, dass er nur über sein Atomprogramm diskutiere.
Die USA wollen verhindern, dass die Islamische Republik heimlich Atomwaffen baut. Die Führung in Teheran bestreitet solche Pläne und pocht auf ihr Recht, Kernenergie friedlich zu nutzen.
Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz sagte dem "Wall Street Journal", Irans Oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, sei nur zu begrenzten Zugeständnissen bereit. Er werde zentrale Pfeiler des Systems wie das Raketenprogramm, regionale Verbündete oder die Urananreicherung nicht aufgeben.
Zu den möglichen Optionen für einen US-Militärschlag zählen CNN zufolge Luftangriffe auf iranische Führer und Sicherheitskräfte sowie Angriffe auf iranische Nuklearstandorte und Regierungsinstitutionen.
Irans Parlamentspräsident: US-Soldaten Ziel von Vergeltung
Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf warnte vor den Folgen eines möglichen Angriffs. Ghalibaf sagte laut Übersetzung dem Fernsehsender CNN: "Vielleicht kann Herr Trump einen Krieg beginnen. Aber er hat keine Kontrolle über das Ende." Tausende amerikanische Soldaten würden definitiv zu Schaden kommen.
Experten: Iran kann Ziele im gesamten Nahen Osten angreifen
Der Iran verfügt nach Angaben des "Wall Street Journal" über ein Waffenarsenal, das US-Basen sowie andere Ziele im gesamten Nahen Osten treffen könnte. Damit könnte ein Angriff der USA schnell eskalieren. Zu Irans Arsenal gehörten schätzungsweise 2.000 ballistische Mittelstreckenraketen, beträchtliche Bestände an Kurzstreckenraketen, Anti-Schiffs-Marschflugkörper sowie Torpedoboote und Drohnen.
Teheran möge schwach sein, aber seine robuste Raketenstreitmacht sei immer noch tödlich, zitierte das Blatt Behnam Ben Taleblu, den Direktor des Iran-Programms bei der Foundation for Defense of Democracies in Washington.
Rubio spricht von "offener Frage"
Falls der Oberste Führer, Ajatollah Ali Chamenei, und das "Regime" fallen sollten, könne niemand eine einfache Antwort geben, was im Iran als Nächstes passieren würde, sagte US-Außenminister Rubio. "Allenfalls besteht die Hoffnung, dass es innerhalb der bestehenden Strukturen Personen gäbe, mit denen man auf einen Übergang hinarbeiten könnte."/da/DP/jha
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