'Historischer Besuch': Xi empfängt Starmer in Peking
Inmitten wachsender Spannungen zwischen langjährigen Verbündeten der USA und der Regierung in Washington bemüht sich auch Großbritannien um einen engeren Draht zu China. Als erster britischer Regierungschef seit acht Jahren wurde Keir Starmer am Donnerstag in der Volksrepublik empfangen und traf dort auf Staats- und Parteichef Xi Jinping. China sei ein "zentraler Akteur auf der globalen Bühne", und es sei "entscheidend, dass wir eine ausgereiftere Beziehung aufbauen", sagte Starmer laut Medienberichten bei dem Treffen. Es sei "zu lange her", dass ein britischer Premierminister China besucht habe.
Starmer spricht von "historischem Besuch"
Chinesische Staatsmedien setzten die Reise des Briten in den Kontext einer allgemeinen Annäherung westlicher Länder an China in einer "turbulenten Welt". Starmer selbst hob die wirtschaftlichen Vorteile einer guten Zusammenarbeit beider Länder hervor. Internationale Entwicklungen wirkten sich nicht nur in Großbritannien unmittelbar auf das Alltagsleben der Menschen aus - von den Preisen im Supermarkt bis hin zum allgemeinen Sicherheitsgefühl.
Er habe nach seinem Wahlsieg versprochen, das Vereinigte Königreich wieder stärker nach außen zu öffnen, sagte Starmer. Und die Reise nach China soll offenkundig dazu beitragen. Bei einem Treffen mit Zhao Leji, dem Vorsitzenden des Nationalen Volkskongresses, sprach Starmer von einem "historischen Besuch".
Vor seiner Ankunft in Peking hatte er betont, als Regierungschef nicht zwischen China und anderen Partnern wählen, sondern vielfältige Kontakte pflegen zu wollen. "Ich werde oft gebeten, mich einfach für ein Land zu entscheiden. Das mache ich nicht", sagte Starmer der Nachrichtenagentur Bloomberg.
Westliche Regierungschefs stehen Schlange in Peking
Auch Kanada hatte jahrelang keinen Regierungschef mehr nach Peking entsandt, bevor es zuletzt wieder zu einem hochrangigen Treffen kam, bei dem auch neue Handelsabsprachen getroffen wurden. Die Regierungschefs von Irland und Finnland waren im Januar ebenfalls zu Gesprächen in China gewesen. Im Dezember - also nach dem Wahlsieg Donald Trumps, aber vor seinem Amtsantritt als US-Präsident - hatte zudem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei einem Besuch für stabilere Beziehungen mit Peking geworben.
Angesichts der strikt nach dem Motto "America First" ausgerichteten Außenpolitik Trumps und seiner aggressiven Zollpolitik sind viele traditionelle Verbündete mehr oder minder auf Distanz zur Regierung in Washington gegangen. In vielen Ländern wird darüber diskutiert, wie man sich in unberechenbaren Zeiten wirtschaftlich und militärisch unabhängiger von den Vereinigten Staaten machen kann - ohne den mächtigen US-Präsidenten zu verprellen./jpt/DP/zb
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