Vor der Bekanntgabe der
Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed sowie der Veröffentlichung von
Geschäftszahlen von Microsoft und Tesla
am Abend haben sich die Marktteilnehmer an den
europäischen Börsen vorsichtig verhalten. Der Eurozonen-Leitindex
EuroStoxx 50 trat am Mittag auf der Stelle.
Außerhalb der Eurozone sank der britische Leitindex FTSE 100
um 0,39 Prozent auf 10.167,95 Zähler. Mit dem
Schweizer SMI ging es um 1,14 Prozent auf 13.065,84
Punkte nach unten, wobei die Pharmaaktien belasteten.
Eine Zinsänderung in den USA gilt als unwahrscheinlich, weshalb die
Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell um so mehr Beachtung finden
sollten. "Interessant dürfte sein, ob noch bis Mai an der
Zinsschraube gedreht wird", so Marktanalyst Christian Henke vom
Broker IG Markets. Denn dann wird "Powell die US-Notenbank verlassen
und voraussichtlich durch einen Trump-Befürworter ersetzt werden."
Am Markt setzten die Zahlen von Schwergewichten Akzente. Der
Technologiesektor profitierte dabei von den deutlichen Gewinnen von
ASML . Der ungebremste KI-Boom hatte die Geschäfte des
Chipausrüsters kräftig angetrieben. Im Schlussquartal erzielten die
Niederländer bei Umsatz und Auftragseingang jeweils einen
Rekordwert. Für 2026 peilt das Unternehmen ein weiteres
Umsatzwachstum an. Zudem teilte es am Mittwoch im Zuge der
Veröffentlichung aktueller Geschäftszahlen mit, bis Ende 2028 eigene
Aktien im Wert von bis zu 12 Milliarden Euro zurückkaufen zu wollen.
Die Aktie legte um 5,1 Prozent zu und markierte damit ein
Rekordhoch.
Andere Halbleiterwerte stiegen im Sog des starken Auftragseingangs
von ASML, der als positives Signale für die Branche gewertet wurde.
Gute Nachrichten gab es auch aus Asien. Der südkoreanische
Chip-Hersteller SK Hynix hatte im Schlussquartal 2025
mit dem operativen Gewinn die Konsensprognose um fast 15 Prozent
übertroffen. Zudem hatte am Vorabend der US-Halbleiterkonzern Texas
Instruments mit einem überraschend robusten Ausblick
für das erste Quartal überzeugt.
Das genaue Gegenteil für die eigene Branche bewirkten die Zahlen von
LVMH . Der Luxusgüterkonzern hatte im vergangenen
Geschäftsjahr weniger Umsatz und Gewinn erzielt als im Jahr zuvor.
Grund war ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld. So sank vor allem
in Europa die Nachfrage im zweiten Halbjahr. Dazu belasteten die
Handelskonflikte die Konsumlaune vor allem im Wein- und
Spirituosengeschäft in Kernmärkten wie China und den USA. Die Aktie
fiel um 6,8 Prozent. Das zog auch andere Werte wie Kering
, die um 2,9 Prozent sanken, nach unten.
Noch schwächer als die Luxuswerte tendierte der Pharmasektor.
Belastend dürfte ein Entscheid in den USA gewirkt haben, der den
Spielraum für höhere Medikamentenpreise einschränkt, hieß es am
Markt. Für die Branche sei dies zwar nur indirekt relevant, dennoch
dürfte die Unsicherheit im Sektor weiter zunehmen. Novartis
sanken um 2,1 Prozent, Sanofi um 1,9
Prozent.
Nicht ganz so stark war die Kursreaktion von Volvo .
Die anhaltend maue Nachfrage hatte dem Lkw-Bauer auch im
Schlussquartal zugesetzt. Trotz Rückgängen bei Umsatz und Gewinn
schlossen die Schweden aber besser ab als erwartet. Nach der langen
Nachfrageschwäche sieht das Management für 2026 nun Lichtblicke,
unter anderem auf dem nordamerikanischen Markt, wie aus der
Konzernmitteilung vom Mittwoch hervorgeht. Die Aktie stieg zum
Handelsstart um gut 3 Prozent. Die Aktie gewann 1,6 Prozent./mf/mis