Wiener Börse (Nachmittag) - ATX setzt Rekordjagd fort / Bankwerte heben Leitindex 1,3 Prozent ins Plus - Barclays: Zuletzt starkes Anlegerinteresse an CEE-Banken - Strabag nach angehobenem Ausblick gesucht
Der ATX hat sich am Dienstag wieder auf Rekordjagd begeben. Am Nachmittag notierte der heimische Leitindex 1,30 Prozent im Plus bei 5.597 Zählern. Für den ATX Prime ging es 1,22 Prozent auf 2.776 Punkte hinauf. Moderate Gewinne gab es im europäischen Umfeld zu sehen.
Die Blicke sind bereits auf die am Mittwoch anstehende geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank Fed gerichtet. "Dabei geht es nicht nur um die Zinsentscheidung selbst, sondern um die Aussagen von Fed-Chef Powell und die Frage, ob US-Präsident Donald Trump zeitgleich die Nominierung für den Chefposten bekanntgeben wird", schrieben die Experten der Helaba. Die Unabhängigkeit der US-Notenbank werde wohl wieder stärker zum Thema werden.
Davor steht am Dienstagnachmittag in den USA noch das Verbrauchervertrauen des Conference Board auf der Agenda. Hierfür gebe es positive Vorgaben, so die Helaba-Ökonomen.
Antrieb bekam der ATX einmal mehr von den schwer gewichteten Bankwerten, die am Berichtstag erneut europaweit gefragt waren. Den Analysten der Barclays zufolge hätten Investoren von beiden Seiten des Atlantiks in den vergangenen Wochen ein starkes Interesse an CEE-orientierten Banken geäußert. Osteuropa werde von vielen Marktteilnehmern wegen überlegener Wachstumsaussichten, indirektem Rückenwind durch deutsche Konjunkturmaßnahmen sowie Hoffnungen auf Frieden und einen Wiederaufbau in der Ukraine als "must-own" angesehen.
Ein bevorzugter Name bei den Anlegern ist den Barclays-Analysten zufolge die Erste Group, deren Aktien am Dienstag 2,2 Prozent zulegten. Stark gesucht waren am Dienstag zudem RBI- und BAWAG-Papiere mit Zuwächsen von 2,7 respektive 2,4 Prozent. Unter den Nebenwerten kletterten Aktien der am Balkan engagierten Addiko Bank fast acht Prozent hinauf.
An der ATX-Spitze zogen Strabag um 6,7 Prozent hoch. Der Baukonzern hatte seine Prognose für die EBIT-Marge für 2025 auf 6,5 Prozent hochgeschraubt. Analysten hatten zuletzt im Schnitt eine Marge von rund fünf Prozent erwartet. Die Strabag verwies auf positive Effekte aus Großprojekten in Deutschland und im internationalen Geschäft sowie milde Witterungsverhältnisse in Deutschland.
Papiere der Österreichischen Post büßten hingegen 0,5 Prozent ein. Der Logistiker veräußert seine Anteile am deutschen Pharmagroßhändler AEP. Wegen der relativ niedrigen operativen Marge der AEP sei durch den Verkauf aber kaum ein Einfluss auf das Ergebnis der Post zu erwarten, so Erste-Analyst Christoph Schultes.
spa/mik
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