Rohstoffe (Vormittag) - Ölpreise geben nach / Gold und Silber halten sich knapp unterhalb der jeweiligen Rekordmarken
Die Ölpreise sind am Dienstag gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März kostete am Vormittag 65,32 US-Dollar. Das waren 0,6 Prozent weniger als am Vortag. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) gab um 0,5 Prozent auf 60,48 Dollar nach. Leichte Bewegung im Streit zwischen den USA und dem Iran drückte die Notierungen.
Der Iran ist nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump an einer diplomatischen Lösung der Spannungen mit den USA interessiert. Die Lage mit dem Iran sei "im Fluss", weil die US-Regierung eine große Kriegsflotte in die Region entsandt habe, sagte Trump dem US-Nachrichtenportal "Axios". "Wir haben eine große Armada neben dem Iran. Größer als (vor der Küste von) Venezuela", sagte der Republikaner. Er glaube aber, dass Teheran ein Abkommen schließen wolle. "Sie wollen einen Deal machen. Das weiß ich. Sie haben mehrfach angerufen. Sie wollen reden", fügte er hinzu.
Eine Flotte von Kriegsschiffen samt dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" ist unterdessen in der Region angekommen, wie das Regionalkommando des US-Militärs Centcom mitteilte. Nähere Angaben zur genauen Position des Schiffsverbunds gab es nicht. Trump hatte ein militärisches Eingreifen seines Landes im Iran wegen der Tötung Tausender Demonstranten bei den jüngsten Massenprotesten in der Islamischen Republik zuletzt nicht ausgeschlossen.
Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist gestiegen. Wie das OPEC-Sekretariat am Dienstag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Montag 63,69 US-Dollar je Barrel (159 Liter), nach 62,92 Dollar am Freitag. Die OPEC berechnet den Korbpreis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.
Der Goldpreis hielt sich unweit seines Rekordhochs vom Montag. Zuletzt kostete eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) 5.086,42 US-Dollar und damit 0,6 Prozent mehr als am Vorabend. Zum Wochenstart war Gold bis auf gut 5.110 Dollar geklettert. Silber tendierte rund vier Prozent fester bei 112,80 Dollar je Feinunze und damit ebenfalls nur knapp unter dem Rekordhoch vom Vortag.
Geopolitische Unsicherheiten, Käufe der Zentralbanken und der schwächere Dollar waren zuletzt stützende Faktoren bei den Edelmetallpreisen. Über all dem steht das angeschlagene Investorenvertrauen in den US-Dollar, die dessen Status als sicherer Hafen zunehmend in Frage stellen.
spa/moe