Nach Grönland-Deeskalation: EU nimmt Sonderzolldrohung gegen USA zurück
Nach der Deeskalation im Grönland-Konflikt nimmt die EU ihre Sonderzolldrohungen gegen die USA wieder zurück. Wie ein Sprecher der Europäischen Kommission in Brüssel sagte, soll eine bereits im vergangenen Jahr vorbereitete Verordnung für Abgaben auf Importe im Wert von 93 Milliarden Euro für weitere sechs Monate auf Eis gelegt werden. Sie wäre ansonsten am 7. Februar automatisch in Kraft getreten. Nach Angaben des Sprechers könnten die Sonderzölle allerdings jederzeit aktiviert werden - auch vor dem Ablauf der neuerlichen Aussetzung um sechs Monate.
Die EU hatte die Sonderzölle angedroht, nachdem US-Präsident Donald Trump seinerseits Strafzölle auf Waren aus Dänemark und alliierten Ländern wie Deutschland angekündigt hatte, weil diese seine offensiv vorgetragenen Besitzansprüche auf Grönland nicht akzeptieren wollen. Am Mittwochabend entschärfte Trump den Konflikt dann überraschend und nahm seine Strafzollankündigung zurück.
EU-Sonderzölle hätten zahlreiche US-Exporte betroffen
Zur Begründung verwies er darauf, dass während eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei. Details sind weiterhin unklar - Angaben aus Nato-Kreisen zufolge sollen die USA allerdings ihre Militärpräsenz auf Grönland ausweiten dürfen und möglicherweise auch ein Mitentscheidungsrecht über bestimmte Investitionen auf der Arktisinsel bekommen.
Das Sonderzoll-Paket der EU war im vergangenen Jahr im Zuge des damaligen Handelskonflikts mit den USA erarbeitet worden. Es würde den Export zahlreiche Industrie- und Agrarprodukten aus den Vereinigten Staaten in die EU teurer machen - so etwa den von Flugzeugen, Motorrädern, Rindfleisch, Whiskey oder Zitrusfrüchten./aha/DP/mis
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