Von der Leyen räumt ein: zu wenig in Grönland investiert
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat vor dem Hintergrund politischer Spannungen mit den USA Fehler der Europäer im Umgang mit Grönland und der Arktis eingeräumt. "Wir haben gemeinsam zu wenig in die Arktis und die Sicherheit der Arktis investiert", sagte die deutsche Politikerin nach einem EU-Sondergipfel in Brüssel. Daher sei es jetzt höchste Zeit, einen Gang höher zu schalten.
Von der Leyen äußerte sich angesichts der jüngsten Verschärfung des Konflikts mit US-Präsident Donald Trump, der Grönland am liebsten den Vereinigten Staaten einverleiben würde. Als Zwangsmittel hatte der Republikaner dabei zeitweise sogar Strafzölle gegen europäische Alliierte angedroht, die sich gegen sein Vorhaben stellten. Der Konflikt konnte erst am Mittwochabend bei einem Treffen Trumps mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte anscheinend entschärft werden.
Mehr Geld, mehr Kooperation und ein Eisbrecher
Trump hatte seinen Besitzanspruch mit sicherheitspolitischen Überlegungen begründet. Von der Leyen erklärte, bei diesen Fragen die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten vertiefen zu wollen, aber auch die mit Großbritannien, Kanada, Norwegen, Island und anderen Partnern. "Das ist zu einer echten geopolitischen Notwendigkeit geworden", sagte sie.
Zudem müsse insbesondere in arktistaugliche Ausrüstung investiert werden, also etwa einen europäischen Eisbrecher. Im nächsten EU-Haushalt ab 2028 wolle die Kommission zudem die finanzielle Unterstützung für Grönland verdoppeln, das zum Hoheitsgebiet Dänemarks gehört. Von der Leyen kündigte ein "umfangreiches Investitionspaket" an, das Brüssel demnächst vorstellen wolle./tre/DP/zb
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