UN zu Investitionsbilanz: 30 zu 1 gegen die Natur
Für jeden Dollar, der weltweit in den Naturschutz fließt, werden derzeit etwa 30 Dollar in Vorhaben investiert, bei denen Natur zerstört wird. Das geht aus dem neuen Bericht des UN-Umweltprogramms (Unep) zur Finanzlage der Natur hervor. "Wenn man den Geldflüssen folgt, erkennt man das Ausmaß der Herausforderung, vor der wir stehen. Wir können entweder in die Zerstörung der Natur investieren oder ihre Wiederherstellung vorantreiben - einen Mittelweg gibt es nicht", sagte Unep-Exekutivdirektorin Inger Andersen bei der Vorstellung des Berichts.
Demnach wurden im Jahr 2023 fast 220 Milliarden US-Dollar für Naturschutzmaßnahmen - im Bericht als naturbasierte Lösungen bezeichnet - investiert. Davon stammten 197 Milliarden Dollar aus öffentlichen Mitteln - ein Anstieg um vier Prozentpunkte im Vergleich zu 2022. Dennoch sei dies eine geringe Summe, verglichen mit Subventionen in Höhe von 2,4 Billionen Dollar für umweltschädliche Maßnahmen, hieß es. Als Beispiele wurden Gelder unter anderem für die Landwirtschaft, fossile Brennstoffe, Transport und Bauwirtschaft genannt.
Nur wenig private Investitionen in die Natur
Bei privaten Investitionen sei die Diskrepanz noch deutlich größer, hieß es. So seien 2023 aus privaten Quellen 4,9 Billionen Dollar in naturschädliche Bereiche investiert worden. Einen Schwerpunkt hätten dabei die Sektoren Versorgungswirtschaft, Energie, Industrie und Grundstoffe gebildet.
Der UN-Bericht fordert eine Kehrtwende zugunsten der Natur. Bis zum Jahr 2030 müssten die Investitionen in naturbasierte Lösungen auf 571 Milliarden US-Dollar pro Jahr steigen, hieß es. Das entspreche 0,5 Prozent des globalen Bruttoinlandprodukts im Jahr 2024. Während in der vergangenen Jahren das Bewusstsein für Klimafinanzierung gestiegen sei, sei bei Unternehmen und Finanzinstitutionen das Bewusstsein für den langfristigen Nutzen von Investitionen in naturnahe Lösungen noch nicht ausgeprägt.
Investitionen nicht nur in den klassischen Naturschutz
Dabei handele es sich nicht nur um klassischen Naturschutz. Investitionen in nachhaltigen Anbau und entsprechende Zertifizierung von Kaffee, Palmöl, Kakao oder Soja seien eine enorme Gelegenheit, die Produktion von Gütern umzugestalten, die bei der Vernichtung von Wäldern und der Verschlechterung von Ökosystemen eine große Rolle spielten, so eines der Beispiele des Berichts./czy/DP/jha
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