DAVOS: Bundesbankchef sieht mögliche Folgen für EZB-Zinspolitik durch US-Zölle
Mögliche neue US-Zölle könnten nach Einschätzung von Bundesbankpräsidenten Joachim Nagel Auswirkungen auf künftige Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben. "Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Zollverhandlungen werden einige Auswirkungen auf die Geldpolitik haben", sagte Nagel, der auch EZB-Ratsmitglied ist, am Mittwoch dem US-Fernsehsender CNBC. Zwar seien mögliche Folgen neuer Zölle auf die Preisstabilität "ziemlich unklar". Mehr Sorge würden hingegen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum bereiten, sagte Nagel am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.
US-Präsident Donald Trump hatte im Streit um Grönland mit neuen Zöllen gegen acht europäische Länder gedroht, darunter auch Deutschland. Daraufhin hat die Europäische Union die Bereitschaft zu Gegenmaßnahmen deutlich gemacht. Der Bundesbankpräsident erklärte in dem Fernsehinterview, dass die aktuellen Zölle bereits jetzt die konjunkturelle Entwicklung belasten. "Wenn jetzt noch etwas hinzukommt, wird es mit Sicherheit negative Auswirkungen geben", sagte Nagel.
Die EZB hatte die Leitzinsen bei der Sitzung im Dezember unverändert belassen. Zuletzt hatte sie im Juni die Leitzinsen gesenkt. Derzeit erwarten die Finanzmärkte in diesem Jahr keine Zinssenkung. Zuletzt hatte EZB-Chefvolkswirt Philip Lane erklärt, dass er mit dem aktuellen Zinsniveau zufrieden sei./jkr/jha/
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