dpa-AFX-Überblick: UNTERNEHMEN vom 20.01.2026 - 15.15 Uhr
ROUNDUP/Hypoport: Wachstum bei Europace stoppt - Aktie sackt
deutlich ab
BERLIN - Beim Finanzdienstleister Hypoport ist die
Nachfrage nach Immobilienkrediten nach einem starken Jahresverlauf
zuletzt zurückgegangen. In den Monaten Oktober bis Dezember wurden
auf Hypoports Plattform Europace ein Prozent weniger private
Immobilienfinanzierungen vermittelt als ein Jahr zuvor. Im
Gesamtjahr legte das Volumen aber um 13 Prozent auf rund 74,8
Milliarden Euro zu. Hypoport schrieb von einem normaler werdenden
Marktumfeld. An der Börse kamen die Neuigkeiten vom Dienstagmorgen
schlecht an.
Kreise: Deutsche Börse kurz vor Übernahme-Deal mit Allfunds
LONDON/FRANKFURT - Die Deutsche Börse kommt der
geplanten Übernahme des Fondsvertriebsspezialisten Allfunds
laut Insidern näher. Die Vereinbarung mit Allfunds
sei in Arbeit und der Deal könne noch in der laufenden Woche bekannt
gegeben werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am
Dienstag und berief sich dabei auf mit der Sache vertraute Personen.
Die Deutsche Börse hatte Ende November bestätigt, dass sie exklusive
Gespräche mit Allfunds führt. Sie bietet in bar und in eigenen
Aktien insgesamt 5,3 Milliarden Euro für das Unternehmen.
Mischkonzern 3M verdient 2025 deutlich mehr - Aber neue Prognose
enttäuscht
ST. PAUL - Nach einem kräftigen Ergebnisplus im vergangenen Jahr
will der US-Mischkonzern 3M seine Gewinnentwicklung
2026 noch weiter beschleunigen. Für die neue Zwölfmonatsperiode hat
sich das Management um Konzernchef William Brown vorgenommen, den
bereinigten Gewinn auf 8,50 bis 8,70 US-Dollar je Aktie (ca
7,30-7,48 Euro) zu steigern, wie das Unternehmen am Dienstag
mitteilte. Dies wäre zwar im besten Fall ein Plus von knapp acht
Prozent im Vergleich zum Vorjahr, Analysten hatten aber in der Mitte
der Spanne mehr erwartet. Vorbörslich ging es für die lange Zeit
stark gelaufene Aktie um 4 Prozent abwärts.
ROUNDUP: Henkel bestätigt Gespräche über Kauf von Stahl Holdings -
Aktie stabil
DÜSSELDORF - Der Konsumgüterkonzern Henkel hat
Gespräche über die Übernahme des niederländischen Unternehmens Stahl
Holdings bestätigt. Mit dem französischen Mehrheitseigentümer Wendel
werde derzeit geredet, teilte Henkel am Montagabend
mit. An der Börse sorgte die Nachricht am Dienstag für wenig
Bewegung. Die Aktie notierte zuletzt leicht im Minus,
zwischenzeitliche moderate Kursgewinne wurden wieder abgegeben. Ein
Händler bewertete einen möglichen Kauf des Unternehmens als
sinnvoll. Jedoch erscheine die kolportierte Bewertung recht hoch.
Netflix will Kaufpreis für Warner komplett in bar bezahlen
LOS ANGELES/NEW YORK - Der Streaming-Anbieter Netflix
legt im Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers
nach. Das Unternehmen will sein bisheriges Gebot von
knapp 83 Milliarden US-Dollar (71 Mrd Euro) inklusive Schulden für
das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner jetzt komplett in bar
bezahlen, wie es am Dienstag in Los Angeles mitteilte. Bislang
sollten die Warner-Aktionäre einen Teil der Summe in Netflix-Aktien
erhalten.
EU-Kommission will Huawei und ZTE aus Netzen verbannen
STRASSBURG/BRÜSSEL - Deutschland und andere EU-Staaten sollen im
Mobilfunk komplett auf die Netzwerktechnik der chinesischen
Hersteller Huawei und ZTE verzichten. Die Europäische Kommission
will eine Rechtsgrundlage schaffen, die in letzter Instanz ein
Nutzungsverbot von Technik besonders risikobehafteter ausländischer
Unternehmen ermöglichen würde, wie die Brüsseler Behörde ankündigte.
Befürchtet werden Sabotage und Spionage.
DocMorris wächst dank E-Rezept in Deutschland kräftig - Höherer
Verlust
STECKBORN - Die Online-Apotheke DocMorris ist 2025
kräftig gewachsen und hat die eigenen Umsatzziele erreicht.
Wichtigster Treiber blieb das elektronische Rezept in Deutschland.
Konzernweit könnte der bereinigte operative Verlust aber höher
ausfallen als bisher in Aussicht gestellt, wie das Unternehmen am
Dienstag bei Vorlage von Eckdaten mitteilte. An der Börse ging es
kräftig nach unten.
VW-Lkw-Holding Traton auch zum Jahresende beim Absatz unter Druck
MÜNCHEN - Eine schwache Nachfrage hat die VW
-Nutzfahrzeugholding Traton auch am
Ende des Jahres 2025 belastet. Der Absatz sank im vierten Quartal im
Jahresvergleich weltweit um 8,8 Prozent auf 81.000 Fahrzeuge, wie
der Mutterkonzern Volkswagen am Dienstag in Wolfsburg
mitteilte. Im Gesamtjahr steht damit ein ähnlich hoher Rückgang von
8,6 Prozent auf rund 305.600 Fahrzeuge zu Buche. Zuletzt hatte das
Management der Münchner Nutzfahrzeugtochter beim Absatz ein Minus
von bis zu 10 Prozent in Aussicht gestellt. Belastet wird die
Branche derzeit vor allem durch den kriselnden US-Markt infolge der
Einfuhrzölle von US-Präsident Donald Trump, aber auch die
Konjunkturschwäche in Europa wirkt noch nach.
Raffineriegeschäft hilft Totalenergies über sinkenden Ölpreis hinweg
PARIS - Europas größter Sprithersteller Totalenergies
hat zum Jahresende von einem besser laufenden Raffineriegeschäft
profitiert. Angesichts weltweit knapper Verarbeitungskapazitäten
hielten steigende Raffineriemargen trotz sinkender Ölpreise den
Barmittelzufluss des Konzerns im vierten Quartal im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum stabil, wie die Franzosen am Dienstag in Paris
mitteilten. Dazu trugen auch steigende Fördermengen von Öl und Gas
bei, wie es weiter hieß. Die Aktie legte zu.
Ströers Co-Chef Schmalzl will bis 2028 laufende Amtszeit nicht
verlängern
KÖLN - Der Werbevermarkter Ströer muss sich auf die
Suche nach einem neuen Vorstandsmitglied begeben. Christian
Schmalzl, aktueller Co-Chef des Unternehmens, will nach Ablauf
seiner Amtszeit im Sommer 2028 nicht noch einmal verlängern. Der
Manager stehe für eine weitere Amtsperiode nicht zur Verfügung,
teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Schmalzl habe persönliche
Gründe im Zusammenhang mit seiner Lebensplanung geltend gemacht.
Ströer will nun ein neues Vorstandsmitglied suchen. Die im MDax
notierte Aktie reagierte auf die Nachrichten kaum;
das Papier lag zuletzt gut ein halbes Prozent im Minus.
Hochtief baut für Rolls-Royce künftig an kleinen Atomreaktoren mit
ESSEN - Hochtief wird künftig für den britischen
Energietechnik-Konzern Rolls-Royce an kleinen
Atomreaktoren (SMR) in Großbritannien und der Europäischen Union
(EU) mitbauen. Deutschland größter Baukonzern übernimmt dabei
gemeinsam mit dem Ingenieurdienstleister Amentum die strategische
Führung im Baumanagement im SMR-Programm (small modular reactors)
der Briten, wie aus einer Hochtief-Mitteilung vom Dienstag
hervorgeht. Erste Projekte würden im Vereinigten Königreich und in
Tschechien realisiert, hieß es. Bisher hätten die Unternehmen eine
Absichtserklärung über die Zusammenarbeit unterzeichnet; eine
Vereinbarung über die Partnerschaft solle folgen.
DAVOS/Experte: Firmen investieren zu wenig in Ausbau der IT
DAVOS - Viele Unternehmen investieren nach Ansicht eines
Technologieexperten zu wenig Geld in den Ausbau ihrer IT-Systeme.
"Oft gehen 80 Prozent der Mittel in die größten Komponenten der
Infrastruktur, nur 20 Prozent in Innovation", sagte der Chef des
Beratungsunternehmens Publicis Sapient, Nigel Vaz, am
Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos der Deutschen
Presse-Agentur. Besonders betroffen seien Banken mit Mainframes -
leistungsstarken Computern für große Datenmengen - sowie Firmen mit
veralteten ERP-Systemen, die zentrale Geschäftsprozesse steuern.