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ROUNDUP/Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen verbessern sich - Risiko USA

Die Konjunkturerwartungen von Finanzexperten für Deutschland haben sich im Januar überraschend deutlich verbessert. Das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW stieg gegenüber dem Vormonat um 13,8 Punkte auf 59,6 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit 50,0 Punkte gerechnet.

"2026 könnte den Wendepunkt markieren", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach. "Trotz der positiven Konjunkturerwartungen sollte aber weiterhin daran gearbeitet werden, die Standortattraktivität zu stärken, um nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen." Die unberechenbare US-Handelspolitik belastet laut Wambach die deutsche Exportwirtschaft.

"Die jüngsten Zolldrohungen werfen derweil einen großen Schatten auf die aufgehellten Konjunkturperspektiven", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank mit Blick auf das aggressive Vorgehen der USA bei deren Plänen, Grönland zu übernehmen. Die Zölle hätten bereits deutliche Bremsspuren bei den Exporten hinterlassen. "Würden sich die Zölle noch erhöhen, würde sich einerseits der Exportrückgang fortsetzen und anderseits sogar auch noch beschleunigen", schreibt Gitzel. "Darunter würde die gesamte Wirtschaft leiden."

Verbessert hat sich auch die immer noch sehr schwache Bewertung der aktuellen Lage. Der entsprechende Indikator stieg um 8,3 Punkte auf minus 72,7 Punkte. Ökonomen hatten einen Anstieg auf minus 76,0 Punkte erwartet.

In der Eurozone insgesamt verbesserten sich die Erwartungen um 7,1 Punkte auf 40,8 Punkte. Die Bewertung der aktuellen Lage stieg um 10,4 Punkte auf minus 18,1 Punkte./jsl/jkr/mis

AXC0134 2026-01-20/11:51

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