Rohstoffe (Vormittag) - Ölpreise geben etwas nach / Gold und Silber weiter gefragt
Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gesunken. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent gab um 0,4 Prozent auf 63,92 Dollar nach. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 0,2 Prozent auf 59,33 Dollar.
Wie bereits zum Wochenbeginn hielten sich die Kursbewegungen in einer vergleichsweise engen Handelsspanne. Noch habe der Markt keine Eskalation des Grönlandstreits mit gegenseitigen Zöllen eingepreist, heißt es von Marktbeobachtern. Beim Weltwirtschaftsforum in Schweizerischen Davos werden zahlreiche führende Politiker aus den USA und der EU erwartet, die bei verschiedenen Treffen zu einer Entspannung der Lage beitragen könnten.
Generell stehen die Ölpreise derzeit unter Druck, weil am Markt ein Überangebot befürchtet wird. Zuletzt hatte unter anderem die Internationale Energieagentur mehrfach ein zu hohes Angebot in diesem Jahr prognostiziert.
Gestützt wurden die Ölpreise hingegen durch die jüngste Kursschwäche des US-Dollars, der zuletzt auch wegen des Grönlandstreits zu anderen wichtigen Währungen unter Druck stand. Da Rohöl auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt wird, macht eine schwächere amerikanische Währung den Rohstoff günstiger, was die Nachfrage verstärkt.
Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist zuletzt gefallen. Wie das OPEC-Sekretariat am Dienstag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Montag 62,61 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das waren 33 Cent weniger als am Freitag. Die OPEC berechnet den Korbpreis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.
Gold und Silber bleiben bei Investoren angesichts der vielen geopolitischen Krisen weiter gefragt. Die Preise für die beiden Edelmetalle kletterten am Dienstag im frühen Handel auf weitere Rekordstände - Gold kostete erstmals mehr als 4.700 US-Dollar. Der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) des gelben Edelmetalls stieg zuletzt um 1,35 Prozent auf 4.734,16 Dollar. Der Silberpreis stieg am Vormittag um 0,9 Prozent auf 95,19 Dollar.
Im neuen Jahr hat sich Gold hauptsächlich wegen der vielen geopolitischen Krisenherde wie der Lage im Iran und zuletzt den Zoll-Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen einige europäische Staaten, um seinen Anspruch auf Grönland durchzusetzen, bereits um mehr als neun Prozent verteuert.
ger/ste