Österreichische Staatsanleihen im Späthandel ohne klare Richtung / Trumps Zollankündigung im Grönland-Streit dämpft Risikofreude
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Montag im Späthandel ohne klare Richtung gezeigt. Die Zolldrohung des US-Präsidenten Donald Trump an einige europäische Länder im Streit um Grönland beeinflusste die Kurse nur wenig.
Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe fiel um einen Basispunkt auf 3,04 Prozent. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe lag bei 20 Basispunkten. Der Euro-Bund-Future gewann bis zuletzt 0,13 Prozent auf 128,27 Punkte.
Staatsanleihen konnten damit trotz der erhöhten geopolitischen Unsicherheit nur wenig von ihrem Status als sicherer Hafen profitieren. Stärkere Bewegung gab es etwa beim Goldpreis, der sein Rekordhoch weiter ausbaute. Marktbeobachter erwarten, dass die in den vergangenen Wochen angesichts erhöhter Wachstumserwartungen aufgekommene Risikofreude in den kommenden Wochen gedämpft bleiben dürfte. Eine stärkere Reaktion an den Märkten dürfte aber ausbleiben, bis sich ein klareres Bild, etwa über die Antwort der EU, ergebe.
US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende im Streit um Grönland mit neuen Strafzöllen gedroht, die ab Februar schrittweise auf bis zu 25 Prozent steigen und mehrere europäische NATO-Staaten betreffen würden. Als Reaktion berief EU-Ratspräsident António Costa für Donnerstag einen Sondergipfel ein; zahlreiche EU-Politiker sprachen sich für eine geschlossene und selbstbewusste Antwort aus. Zugleich signalisierte die EU-Kommission Dialogbereitschaft und warnte vor den wirtschaftlichen Schäden weiterer Zölle für beide Seiten.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,17 2,15 +0,02 9 5 Jahre 2,60 2,63 -0,03 16 10 Jahre 3,04 3,05 -0,01 20 30 Jahre 3,80 3,78 +0,02 35
spa/ste