Wiener Börse (Mittag) - ATX verliert 0,36 Prozent / Industriestrategie der Regierung vorgestellt - Weltpolitischer Blick auf Iran und Grönland - SBO-Werte geben deutlich nach
Die Wiener Börse hat sich zum Wochenausklang im Mittagshandel schwächer präsentiert. Der ATX gab am Freitag 0,36 Prozent auf 5.451,09 Einheiten nach. An den europäischen Leitbörsen zeigte sich ein ähnliches Bild. Am Vormittag stellte die Bundesregierung ein Milliardenpaket für die heimische Wirtschaft vor. Der weltpolitische Blick richtet sich derzeit in Richtung Iran und Grönland.
Zur Stärkung des Standorts Österreich will die Bundesregierung der schwächelnden Industrie mit einem Investitionspaket in Milliardenhöhe unter die Arme greifen. Neben einem staatlich subventionierten Industriestrompreis soll in neun Schlüsseltechnologien investiert werden. Für die Investitionen in diese ist bis 2029 ein Volumen von 2,6 Mrd. Euro aus dem Forschungs-, Technologie-und Innovationspakt (FTI-Pakt) vorgesehen.
Zu den neun Schlüsseltechnologien zählen Künstliche Intelligenz und Dateninnovation, Chips und Elektronische Komponenten/Systeme, Fortgeschrittene Produktionstechnologien und Robotik, Quantentechnologie und Photonik, Fortgeschrittene Werkstoffe (Advanced Materials), Life Sciences & Biotech, Energie- und Umwelttechnologien, Mobilitätstechnologien sowie Weltraum- und Luftfahrttechnologien.
Am Donnerstag verkündete die US-Regierung Sanktionen gegen Verantwortliche für die Gewalt im Iran. Parallel verstärken die USA Medienberichten zufolge aber ihre militärische Präsenz in Nahost mit einem Flugzeugträger und Begleitschiffen. Der Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" sei auf dem Weg vom Südchinesischen Meer in die Nahost-Region, berichteten unter anderem die "New York Times" und das Portal "Axios".
Eine überparteiliche Delegation von US-Parlamentariern will indes Dänemark und Grönland angesichts der Drohungen von US-Präsident Donald Trump die Unterstützung des Kongresses zusichern. Die elfköpfige Delegation unter Leitung des demokratischen Senators Chris Coons sollte am Freitag in Kopenhagen mit der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen und ihrem grönländischen Amtskollegen Jens-Frederik Nielsen zusammentreffen.
Am heimischen Aktienmarkt verloren die Werte des österreichischen Ölfeldausrüsters SBO 5,8 Prozent. Erste Group Research hatte das Anlagevotum für SBO von "Buy" auf "Accumulate" gesenkt. Zudem wurde das Kursziel von 38,3 auf 37,2 Euro verringert. "Die Zwischenergebnisse für 2025 zeigen, dass SBO mit einem zunehmend schwierigen Marktumfeld konfrontiert ist, darunter ungünstige Wechselkursentwicklungen und die Auswirkungen der US-Zölle", so die zuständige Analystin Vladimira Urbankova in der Studie. Man sei weiterhin der Ansicht, dass die soliden langfristigen Aussichten von SBO nicht vollständig im Aktienkurs berücksichtigt sind.
Die Aktien von voestalpine und Wienerberger sanken jeweils um 2,5 Prozent. Lenzing gaben um 1,9 Prozent nach.
Unterstützung fand der ATX durch Finanzwerte. BAWAG legten um 1,57 Prozent zu. Uniqua gewannen 0,8 Prozent. Andritz-Aktien stiegen ebenfalls um 0,8 Prozent. Der steirische Maschinen- und Anlagenbauer gab den Erwerb einer 51-Prozent-Beteiligung an dem chinesischen Spezialisten für Induktionserwärmung Baoding Sanzheng Electrical Equipment bekannt. Mit dieser Akquisition stärkte man "die Position als umfassender Lösungsanbieter für die Stahlverarbeitung, insbesondere für Elektroband", hieß es dazu. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.
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