ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax schwächelt leicht nach Rekordrally
Nach dem starken Jahresstart am deutschen
Aktienmarkt warten Anleger zum Wochenausklang weiter auf Impulse. Am
Dienstag hatte der Dax mit 25.507 Punkten einen
Höchststand erreicht und damit an den Schlussspurt 2025 angeknüpft.
Seither fehlt aber die Kraft, die Zeichen stehen auf Konsolidierung.
Der deutsche Leitindex notierte am Freitag kurz nach dem
Handelsstart mit 25.333,26 Punkten nur ein paar Punkte im Minus. Der
MDax , der Index der mittelgroßen Börsenwerte, bewegte
sich mit 31.951,58 Zählern knapp in der Gewinnzone. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,2 Prozent
auf 6.030,87 Punkte.
Wenngleich Investoren erst einmal Luft holen, bedeutet dies keinen
Stimmungsumschwung. So trieb zuletzt vor allem die Aussicht auf eine
Belebung der deutschen Wirtschaft den heimischen Aktienmarkt an.
Hinzu kommen der weiter ungebremste Ausbau von KI-Kapazitäten
weltweit sowie die Rüstungsinvestitionen rund um den Globus.
Zugleich nehmen noch Trends wie Robotik und perspektivisch auch die
Weltraumwirtschaft Fahrt auf.
"Jetzt will jeder mitmischen - und es spricht sich erst langsam
herum, dass das Gewinnwachstum 2026 im Dax mit 15 Prozent sogar über
dem des S&P-500-Index liegen dürfte", erklärte Jochen
Stanzl, Chefmarktanalyst bei der Consorsbank, in seinem
Morgenkommentar. "Das Blatt hat sich gewendet: Internationale
Investoren setzen - wie schon im Frühjahr 2025 - darauf, dass die
deutsche Volkswirtschaft erwacht."
Für eine gewisse Vorsicht sorgt gleichzeitig weiterhin die unklare
Lage im Iran. Die USA drohten dem Regime wegen der brutalen
Niederschlagung der Massenproteste erneut mit einem militärischen
Eingreifen. Eine Auseinandersetzung könnte die Ölpreise hochtreiben.
Auf der Unternehmensseite steht zum Wochenschluss der Stahlhändler
Klöckner & Co im Fokus. Der US-Konzern Worthington
Steel bietet 11 Euro je Aktie für die Düsseldorfer,
deren Großaktionär Friedhelm Loh das Angebot unterstützt. Der
KlöCo-Aktienkurs schnellte um 28 Prozent auf 11,00 Euro nach oben.
Bereits seit dem Bekanntwerden von Übernahmeverhandlungen Anfang
Dezember 2025 war es steil nach oben gegangen.
Die Papiere von LEG Immobilien büßten nach einer
Abstufung auf "Neutral" durch Oddo BHF 1,8 Prozent ein.
Auch die Aktien der Norma Group litten unter einem
skeptischen Analystenkommentar und gaben mit einem Minus von
sechseinhalb Prozent fast ihre gesamten Jahresgewinne wieder ab. Die
Anlagestory des Verbindungstechnik-Herstellers stehe auf dem
Prüfstand, schrieb Pal Skirta vom Bankhaus Metzler in einer Studie.
Er strich seine Kaufempfehlung und stuft die Papiere nun mit "Hold"
ein. Notwendig wären nun Fortschritte, wie mögliche Zukäufe und eine
Stabilisierung der Geschäfte in der Region Europa, Naher Osten und
Afrika (EMEA).
Gefragt waren auf der anderen Seite Aktien von Unternehmen, die von
der Energiewende und dem KI-Ausbau profitieren. Die Aktien des
Energietechnikkonzerns Siemens Energy gewannen vorne
im Dax rund drei Prozent, für das Versorgerpapier RWE
ging es um rund ein halbes Prozent nach oben. Der Kupferkonzern
Aurubis legte um gut zwei Prozent zu und für den
Pumpenhersteller KSB ging es um zweieinhalb Prozent
nach oben./mis/stk