Aktien Frankfurt: Dax schwächelt nach beeindruckender Rekordrally
Nach sieben Handelstagen mit Rekorden hat der
Dax am Mittwoch moderat angegeben. Anleger werden
nervöser, zumal die US-Börsen nach Verlusten am Dienstag erneut
schwächer erwartet werden. Überraschend starke Handelsdaten aus
China, die am Morgen noch gestützt hatten, rückten in den
Hintergrund. Die am Nachmittag veröffentlichten Wirtschaftsdaten aus
den USA fielen gemischt aus, weshalb von ihnen kaum Impulse
ausgingen.
Der deutsche Leitindex sank um 0,5 Prozent auf 25.307 Zähler,
nachdem er tags zuvor erstmals die Schwelle von 25.500 Punkten
übersprungen hatte. Der MDax , der Index der
mittelgroßen Börsenwerte, gab zuletzt um 1,4 Prozent auf 31.800
Punkte nach.
"Hinter den Rekorden wächst die Vorsicht", schrieben die Analysten
von Index-Radar. Doch auch wenn es in den USA am Vortag zu einem
"leisen Rückzug" am Aktienmarkt gekommen sei, könne von einer
Kapitalflucht keine Rede sein. Allerdings werde am Markt inzwischen
wohl zunehmend mit stärkeren Börsenschwankungen gerechnet.
In den USA stiegen die Erzeugerpreise im November im Vergleich zum
Oktober stärker als erwartet. Zugleich aber legten die
Einzelhandelsumsätze deutlicher als erwartet zu.
Unter den Dax-Werten sackten FMC mit minus 4,4
Prozent auf den tiefsten Stand seit November 2024. JPMorgan-Analyst
David Adlington verwies in einer Studie zu dem Dialysespezialisten
auf die US-Grippesaison, die bereits im Dezember und damit früher
als erwartet startete. In der Folge seien mehr Behandlungen versäumt
worden, weshalb das Management prüfe, ob sich die Auswirkungen nur
auf die Therapie-Treue beschränkten oder auch die Sterblichkeit
beträfen.
DHL verloren 1,1 Prozent und litten unter einer aus
Bewertungsgründen gestrichenen Kaufempfehlung der US-Bank Goldman
Sachs .
Bayer dagegen gewannen an der Dax-Spitze 5,5 Prozent
zu. Konzern untermauerte seinen Wachstumsambitionen im
Pharmageschäft. "Wir haben jetzt fünf große Blockbuster-Kandidaten",
sagte der Chef der Pharmasparte Stefan Oelrich im Zuge der JPMorgan
Healthcare Conference in San Francisco der Finanz-Nachrichtenagentur
dpa-AFX. In den kommenden Jahren bis in die 2030er Jahre hinein
erwartet der Manager auch daher "extrem gutes" Wachstum. Zudem
könnte bald eine Entscheidung des obersten US-Gerichts über eine
Annahme eines womöglich wegweisen Falles in den
US-Rechtsstreitigkeiten rund um Glyphosat anstehen.
RWE stiegen um 1,6 Prozent. Analysten wie die von
Bernstein Research sehen den Energiekonzern als Gewinner der
Windkraft-Auktionen in Großbritannien. RWE habe sich den Löwenanteil
der ausgeschriebenen Projekte auf See gesichert, hieß es. Zudem gab
die Beteiligungsgesellschaft KKR eine strategische Partnerschaft mit
RWE bekannt.
United Internet waren mit minus 4,6 Prozent
Schlusslicht im MDax. MWB Research sieht nach der erfolgreichen
Migration der 1&1 -Mobilfunkkunden und dem internen
Verkauf von Versatel keine neuen Kurstreiber. Der Aktienkurs sei
seit Mitte November um rund 25 Prozent gestiegen und weiteres
Aufwärtspotenzial angesichts der aktuellen Bewertung nicht mehr
sichtbar, schrieb Analyst Thomas Wissler und strich seine
Kaufempfehlung./ck/mis