ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax und EuroStoxx mit neuen Bestmarken
Der Dax hat sich nach seinem
beeindruckenden Rekordlauf am Dienstag stabil gezeigt. Kurz sprang
er bis auf rund 25.428 Punkte und übertraf damit seine Bestmarke vom
Vortag leicht, gab die Gewinne aber wieder ab. Stützend wirkten die
US-Börsen. An der Wall Street hatten Anleger tags zuvor ihre erste
Nervosität wegen erneuter Sorgen um die Unabhängigkeit der Notenbank
Fed abgelegt und dem Dow Jones Industrial sowie dem
breiten S&P 500 neue Rekorde beschert.
Der deutsche Leitindex zeigte sich im frühen Handel insgesamt jedoch
wenig bewegt und hielt sich zuletzt erneut am Vortagsschluss bei
25.407 Zählern. Der MDax , der Index der mittelgroßen
Börsenwerte am deutschen Markt, gab um 0,3 Prozent auf 32.241 Punkte
nach. Der EuroStoxx 50 indes sprang mit plus 0,3
Prozent auf 6.032 Punkte auf sein nächstes Rekordhoch.
"Der HDax, der die 110 größten und liquidesten deutschen Aktien
umfasst, ist gestern den 13. Handelstag am Stück gestiegen", hob
Portfoliomanager Thomas Altmann von QC-Partners hervor. Eine so
lange Gewinnserie habe es in der bis 1988 zurückgehenden
Indexhistorie nur einmal, und zwar vor 29 Jahren, gegeben. Im Jahr
1997 war der aus Dax- und MDax- sowie auch aus TecDax-Werten
bestehende Index 13 Handelstage in Folge gestiegen.
"Es wirkt, als würden ausschließlich positive Nachrichten gelesen,
während negative Nachrichten ausgeblendet werden", resümierte
Altmann und hält den HDax inzwischen für "massiv überkauft". Die an
diesem Tag zunächst in den USA - vor allem mit den Zahlen der
Bankbranchen-Größe JPMorgan - anlaufende
Berichtssaison werde den starken Trend nun untermauern müssen.
"Negative Überraschungen könnten nach den jüngsten Kursgewinnen hart
abgestraft werden." Anlagestrategen Ulrich Stephan von der Deutschen
Bank hält die Berichtssaison sogar für richtungsweisend für den
Ausblick auf das Gesamtjahr.
Obendrein werden an diesem Nachmittag die US-Verbraucherpreise für
Dezember 2025 veröffentlicht. Sie dürften "insbesondere vor dem
Hintergrund der anhaltenden Drohgebärden" der US-amerikanischen
Regierung gegenüber der US-Notenbank Fed besondere Beachtung finden,
erwarten die Experten der Helaba und rechnen nicht mit einem
Nachlassen der Inflation.
Zuvor aber stand hierzulande aus dem Dax vor allem Symrise
mit Nachrichten im Blick. Der Duft- und
Geschmacksstoffhersteller kündigte einen umfangreichen
Aktienrückkauf an, woraufhin das Papier um 5,8 Prozent zulegte.
Zudem plant Symrise den Verkauf seines Terpenen-Geschäfts. Dass das
Unternehmen allerdings in diesem Zusammenhang und außerdem auch auf
die Beteiligung Swedencare Millionen abschreibt, wurde von Anlegern
wenig beachtet.
Zalando gewann als Spitzenwert im Leitindex etwas
mehr als sechs Prozent. Die britische Investmentbank Barclays
stufte die Aktie des Online-Modehändlers auf
"Overweight" hoch. Mit Blick auf den Wandel der Branche durch den
Einsatz von KI sei Zalando besser aufgestellt als von vielen
Investoren befürchtet, schrieb Sarah Roberts.
Continental gab unter den schwächsten Werten 1,3
Prozent nach. Die Privatbank Berenberg strich ihre Kaufempfehlung.
Mit dem Verkauf von ContiTech würde Continental zu einem reinen
Reifenhersteller mit wenig Schulden und reichlich liquiden Mitteln
für Ausschüttungen, was aber nun bereits weitgehend im Kurs
eingepreist ist, wie Analyst Michael Filatov schrieb.
Im MDax setzte TKMS ihre Rally fort und stiegen um
weitere fünf Prozent, womit sie seit Jahresbeginn bereits um fast 50
Prozent zugelegt haben. Traton gab unter den
Schlusslichtern dagegen 1,4 Prozent ab. In einer Branchenstudie zu
globalen Lkw-Herstellern stufte die US-Bank Morgan Stanley die Aktie
auf "Underweight" ab. Auf kurze Sicht leide das Unternehmen unter
dem Hochlauf seines chinesischen Lkw-Werks sowie unter
Zollbelastungen und müsse möglicherweise bis zum Jahr 2027 warten,
um von den europäischen Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben
profitieren zu können, hieß es.
Von Jefferies auf "Hold" gesenkt, büßte SMA Solar im
SDax 6,5 Prozent ein. Am Markt würden die
Margenbelastungen durch Investitionen in Forschung und Entwicklung
unterschätzt, hieß es seitens des Analysehauses.
Südzucker-Anteile verloren 1,5 Prozent. Der Umsatz
des Zuckerherstellers ging in den ersten neun Monaten des Jahres um
15 Prozent zurück, der operative Gewinn sank um 60 Prozent. Die
Jahresprognose für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 (Ende Februar)
wurde dennoch bestätigt./ck/zb