, dpa-AFX

ROUNDUP: Iranische Führung blockiert weiter Zugang zum Internet

Die iranische Führung blockiert das Internet wegen der landesweiten Massenproteste den dritten Tag in Folge. Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks berichtete auf der Plattform X, dass die Internetsperre inzwischen länger als 48 Stunden andauere.

Während die Machthaber weiterhin ihre Version der Ereignisse online verbreiteten, würden die Stimmen von 90 Millionen Menschen durch die Blockade zum Schweigen gebracht, hieß es weiter. Netblocks erklärte zudem, dass die Sperre die Möglichkeiten der Iraner stark einschränke, sich über die Sicherheit ihrer Freunde und Angehörigen zu informieren.

Ein Nutzer schrieb, er habe seit 48 Stunden keinen Kontakt zu seiner Familie im Iran. Aufgrund der Internetsperre könne er nicht herausfinden, ob es ihnen gut gehe oder nicht. Eine Nutzerin kommentierte: "Eine weitere Nacht voller Proteste, eine weitere Nacht voller Unterdrückung - und die Iraner sind aufgrund der Internetsperre immer noch von ihren Angehörigen abgeschnitten."

Beobachter: Führung verfolgt mit der Blockade vor allem zwei Ziele

Der iranische Sicherheitsapparat hat das Internet für die Bevölkerung komplett abgeschaltet. Ausnahmen gelten beispielsweise für Sicherheitskräfte oder ausgewählte Staatsmedien. Menschen umgehen den Blackout Berichten zufolge per Starlink-Satelliteninternet - vorausgesetzt sie konnten die dafür notwendigen Terminals illegal einführen.

Laut Beobachtern verfolgt die Führung mit der Blockade vor allem zwei Ziele. Zum einen soll es Demonstrierenden erschwert werden, Proteste zu organisieren. Zum anderen soll die Veröffentlichung von Berichten, Fotos und Videos über die Unruhen und Repressalien unterdrückt werden./da/DP/zb

AXC0025 2026-01-11/11:05

Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet.