ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Zinshoffnungen - S&P 500 auf Rekordhoch
Die Aussicht auf Zinssenkungen durch die
US-Notenbank Fed nach bestenfalls durchwachsenen Daten vom
US-Arbeitsmarkt hat am Freitag für steigende Kurse an den US-Börsen
gesorgt. Der marktbreite S&P 500 erreichte ein
Rekordhoch, zur Schlussglocke betrug das Plus 0,65 Prozent auf
6.966,28 Punkte.
Der Leitindex Dow Jones Industrial legte um 0,48
Prozent auf 49.504,07 Punkte zu, konnte die Höchstmarke vom Mittwoch
aber nicht toppen. Mit plus 2,3 Prozent in der ersten kompletten
Börsenwoche 2026 startete der Dow stark ins neue Jahr.
In den USA ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt Ende des vergangenen
Jahres gemischt ausgefallen. Während der Anstieg der Beschäftigung
schwächer als erwartet war, ging die Arbeitslosenquote etwas zurück.
Die Daten dürften aber dennoch Wasser auf die Mühlen derer sein, die
von der US-Notenbank Fed mehr Tempo bei Zinssenkungen fordern.
"Die Angst um den eigenen Job nimmt zu", konstatierte James
Knightley, Chefökonom der Bank ING. Das Gros der US-Wirtschaft
streiche Arbeitsplätze zusammen. Die Entwicklung der Beschäftigung
in der großen Mehrzahl der Sektoren sei "für jedermann sehr
besorgniserregend". Die Botschaft für die Fed laute nun, die
Wirtschaft stärker zu unterstützen.
An der Technologiebörse Nasdaq ging es mit dem Nasdaq 100
um 1,02 Prozent auf 25.766,26 Zähler stärker
aufwärts. Hier lagen erneut die Aktien aus der Halbleiterbranche
ganz vorn. Sie gelten als sehr abhängig vom Zinsniveau an den
Kapitalmärkten. Niedrigere Zinsen der US-Notenbank rechtfertigten
höhere Bewertungen von Chip-Aktien, so die Argumentation vieler
Investoren. Intel-Aktien etwa zogen um fast 11 Prozent an.
Zuletzt hatte die Politik des US-Präsidenten Donald Trump wieder für
Bewegungen gesorgt, dies setzte sich am Freitag fort. Trump ordnete
einen Ankauf von Hypothekenanleihen im Wert von 200 Milliarden
US-Dollar an, um damit Immobilienkredite günstiger zu machen. Davon
profitierten Aktien von Hypothekengebern. Rocket Companies
stiegen um fast 10 Prozent. Opendoor Technologies
schnellten um gut 13 Prozent nach oben.
Auch eine Übernahme sorgte für Gesprächsstoff. Wie die "Financial
Times" berichtet, will der Pharmariese Merck & Co den
Krebsmittelspezialisten Revolution Medicines
übernehmen. Dessen Aktien zogen nochmals um mehr als 10 Prozent an,
nachdem sie ihren Rekordlauf in den vergangenen beiden Tagen schon
deutlich beschleunigt hatten. Merck & Co gaben leicht nach. Als
Kaufpreis ist in dem Bericht von 28 bis 32 Milliarden Dollar die
Rede.
Kursschwäche zeigten General Motors mit minus 2,7
Prozent. Der Autobauer hatte am Vorabend hohe Abschreibungen auf
seine Elektroautos bekanntgegeben. Diese kosteten den Konzern im
vierten Quartal rund sechs Milliarden Dollar. Hinzu kommen gut eine
Milliarde an Sonderkosten für den Umbau in China.
Die Aktien von Southwest Airlines gewannen 3,7
Prozent. Die US-Bank JPMorgan hat ihre Einschätzung komplett gedreht
und rät nun zum Übergewichten im Portfolio, nachdem das Votum zuvor
Untergewichten gelautet hatte. Analyst Jamie Baker hält es für
möglich, dass der Ausblick der Airline auf das Jahr 2026 die
Markterwartungen deutlich in den Schatten stellen wird./bek/men