Aktien Frankfurt: Dax schwächelt nach Sprung auf Rekordhoch
Mit starken Daten aus der deutschen Industrie
im Rücken hat der Dax am Donnerstag seine Rekordrally
zunächst fortgesetzt. Nach einem Sprung über die runde Marke von
25.000 Punkten am Vortag kletterte der Leitindex am Morgen zeitweise
über 25.200 Punkte. Dann bekamen die Anleger kalte Füße, zumal an
den New Yorker Börsen weitere Verluste erwartet werden. Zur
Mittagszeit gab der Dax um 0,1 Prozent auf 25.097 Zähler nach. Der
MDax der mittelgroßen Werte sank um 0,8 Prozent auf
31.809 Punkte.
Der Auftragseingang für die deutsche Industrie war im November
überraschend hoch ausgefallen. Er kletterte im Vergleich zum
Vormonat um 5,6 Prozent, wobei es bereits in den zwei Monaten zuvor
deutliche Zuwächse gegeben hatte. "Der leichte Aufwärtstrend der
vergangenen Monate scheint sich zu bestätigen. Die Talsohle dürfte
durchschritten sein", freute sich denn auch Volkswirt Marc
Schattenberg von Deutsche Bank Research über die "endlich einmal
wieder guten Nachrichten für die Industrie".
An den New Yorker Börsen indes waren am Vorabend nach anfänglichen
Rekorden von Dow Jones Industrial und S&P 500
die Indizes unter Druck geraten. Und wieder einmal
hatte Präsident Donald Trump verunsichert. So kündigte er etwa an,
dass große Finanzinvestoren künftig keine Einfamilienhäuser mehr
kaufen dürften.
Das Militärbudget für 2027 soll in den USA zudem deutlich auf 1,5
Billionen US-Dollar steigen. Für das Haushaltsjahr 2026 sind rund
900 Milliarden Dollar vorgesehen. Trump spricht von einem
"Traum-Militär", das aufgebaut werden solle. US-Rüstungsunternehmen
sollen dafür allerdings bis auf Weiteres die
Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe einstellen und die
Gelder stattdessen in ihre Kapazitäten zu stecken, wenn es nach
Trump geht.
Hierzulande reagierten die Aktien der Rüstungsunternehmen wie
Rheinmetall , Renk oder TKMS
mit Kursgewinnen von bis zu 4,1 Prozent. Analystin
Chloe Lemarie von Jefferies sieht von einer Erhöhung des
US-Militärbudgets auch europäische Unternehmen profitieren,
allerdings vor allem solche, die große Anteile ihrer Umsätze in den
USA generieren.
Bayer gewannen knapp ein Prozent. Ein Bericht zur
Agrarpolitik der Europäischen Union stützte. Die "Financial Times"
schrieb, dass Bayer an eine positive Veränderung des europäischen
Saatgutmarktes glaube, da sich die EU-Institutionen nach
mehrjährigen Verhandlungen darauf geeinigt hätten, die Regeln für
gentechnisch veränderte Nutzpflanzen zu lockern. Bayer sehe damit
auch die problematische Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto
gerechtfertigt, hieß es.
Henkel stiegen ebenfalls um knapp ein Prozent. Unter
Berufung auf ungenannte Insider habe der Konsumgüterhersteller ein
Übernahmeangebot für den Shampoo-Hersteller Olaplex abgegeben,
berichtete Bloomberg am Vorabend. Die Unternehmen kommentierten den
Bericht nicht.
Für Rational ging es um 4,3 Prozent nach oben,
nachdem die Privatbank Berenberg eine Kaufempfehlung für den
Profiküchen-Ausrüster ausgegeben hat. PVA Tepla wurde
indes von einer Empfehlung durch das Bankhaus Metzler um 2,7 Prozent
hochgetrieben./ck/jha/