Wiener Börse (Mittag) - ATX verliert 0,59 % nach Rekordgewinnserie / Heimischer Leitindex hat zuvor zwölf Gewinntage in Folge absolviert - Schwache Bankenwerte drücken auf ATX - OMV-Titel in schwachem Ölsektor unter Verkaufsdruck
Die Wiener Börse hat sich am Mittwoch im Mittagshandel mit schwächerer Tendenz präsentiert. Der ATX kam um 0,59 Prozent auf 5.383,36 Einheiten zurück, nachdem der heimische Leitindex zuvor eine Rekordgewinnserie von zwölf Plustagen in Folge absolviert hatte. An den europäischen Leitbörsen gab es im Verlauf keinen einheitlichen Richtungstrend zu sehen. In Frankfurt konnte der DAX erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 25.000 Punkten klettern.
Am heimischen Aktienmarkt lag auf Unternehmensebene eine sehr dünne Meldungslage vor. Auf dem ATX lasteten im Mittagsgeschäft vor allem die Kursverluste der schwergewichteten Banken. BAWAG verbilligten sich um zwei Prozent. Erste Group sanken um 1,5 Prozent und die Aktionäre der Raiffeisen Bank International mussten ein Minus von 1,8 Prozent verbuchen.
Die OMV-Titel fielen unter den weiteren Schwergewichten um 2,4 Prozent. Europaweit standen die Ölwerte wegen erneut rückläufiger Rohölnotierungen unter Druck. Experten begründeten den Preisrückgang mit der Erwartung eines möglicherweise bald steigenden Angebots aus dem ölreichen südamerikanischen Land Venezuela.
Eine Meldung konnte die OMV-Aktie in Wien nicht unterstützen. Die Republik Österreich hat der OMV für die geplante Wasserstoff-Elektrolyseanlage in Bruck an der Leitha eine Förderung von bis zu 123 Mio. Euro zugesagt. Die Anlage soll bis Ende 2027 in Betrieb gehen, 140 Megawatt Elektrolyseleistung erreichen und jährlich bis zu 23.000 Tonnen grünen Wasserstoff für industrielle Anwendungen erzeugen. OMV-Chef Alfred Stern sieht darin ein "starkes Signal für die Zukunft der nachhaltigen Energieversorgung" in Österreich.
voestalpine gewannen hingegen in einem starken Sektor 2,1 Prozent. Die Verbund-Anteilsscheine steigerten sich um 2,6 Prozent.
Im Blickfeld standen auf fundamentaler Ebene publizierte Preisdaten aus dem Euroraum. Die Inflation in der Eurozone ist Ende 2025 wie erwartet gesunken. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Dezember um durchschnittlich 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten damit gerechnet, nachdem die Teuerung im November bei 2,1 Prozent gelegen war.
Die Inflation in Österreich schwächt sich ab, bleibt aber weiter deutlich höher als im Rest der Eurozone. Im Dezember betrug die Teuerungsrate 3,8 Prozent, teilte die Statistik Austria mit. Sie liegt damit erstmals seit Juli 2025 wieder unter vier Prozent.
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