Aktien Europa: Überwiegend positiver Wochenstart mit EuroStoxx-Rekordhoch
Europas wichtigste Aktienmärkte sind
trotz einer verschärften geopolitischen Lage mehrheitlich mit
Gewinnen in die erste volle Börsenwoche des neuen Jahres gestartet.
Die USA haben am Wochenende eine Reihe von Zielen in Venezuela
angegriffen, den autoritären Präsidenten Maduro gefangen genommen
und außer Landes gebracht. Das Vorgehen hat weltweit überwiegend für
Kritik gesorgt, vor allem von den Großmächten Russland und China.
Der EuroStoxx 50 setzte seinen jüngsten Höhenflug
fort und erklomm im frühen Handel ein weiteres Rekordhoch. Zuletzt
notierte der Leitindex der Eurozone 0,6 Prozent im Plus bei 5.885
Punkten. Bereits am Freitag hatte das Börsenbarometer eine Bestmarke
aufgestellt, nachdem es das Jahr 2025 mit einem Gewinn von gut 18
Prozent beendet hatte.
Die Börsen außerhalb des Euroraums präsentierten sich uneinheitlich.
Der britische Leitindex FTSE 100 stieg zuletzt um 0,1
Prozent auf 9.962 Zähler. Am Freitag hatte der Index im
Handelsverlauf einen historischen Höchststand erreicht und war
zwischenzeitlich erstmals über die Marke 10.000 Punkte gestiegen.
Dagegen fiel der Schweizer SMI am ersten Handelstag
des neuen Jahres um 0,8 Prozent auf 13.160 Punkte, befindet sich
aber immer noch relativ nah an seinem Rekordhoch vor Weihnachten bei
13.288 Zählern.
Aus Branchensicht waren am Montag europaweit wieder einmal die
Rohstoffaktien am meisten gefragt. Die Preise für Gold und Silber
profitierten von der gestiegenen politischen Unsicherheit nach dem
US-Angriff auf Venezuela und verteuerten sich deutlich. Auch Ölwerte
stiegen überdurchschnittlich nach der US-Attacke auf den ölreichen
südamerikanischen Staat.
Zu den verlustträchtigsten Sektoren gehörten Rückversicherer.
Analysten verwiesen auf einen zunehmenden Preisdruck bei der im
Januar anstehenden Vertragserneuerungsrunde. Dies berge zusätzliche
Risiken für die Schätzungen der entsprechenden Branchenunternehmen,
warnte Barclays-Analyst Ivan Bokhmat. Die Aktien von Swiss Re
waren mit einem Kursrückgang von 4,0 Prozent
schwächster Wert im SMI-Index.
Die Aktien von ASML reagierten mit einem Rekordhoch
von etwas mehr als 1.030 Euro und einem Kursaufschlag von zuletzt
3,7 Prozent auf eine Hochstufung durch Bernstein Research. Das
US-Analysehaus hatte die Anteilsscheine von "Market-Perform" auf
"Outperform" hochgestuft und das Kursziel von 800 auf 1.300 Euro
angehoben. Die Papiere des Anlagenbauers für die Chipindustrie seien
für 2026 sein Favorit in der europäischen Halbleiter-Branche,
schrieb Analyst David Dai. ASML profitiere vom Superzyklus bei
DRAM-Speicherchips.
Die Papiere von Airbus stiegen nach einem Bericht
über das Erreichen des Auslieferungsziels für 2025 um 1,7 Prozent.
Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Wochenende unter Berufung
auf Insider berichtete, übergab der Flugzeugbauer im vergangenen
Jahr 793 Maschinen an Kunden und damit etwas mehr als zuletzt
geplant. Vorstandschef Guillaume Faury hatte Anfang Dezember wegen
Mängeln an Rumpfteilen das Ziel von 820 auf 790 Maschinen
gekappt./edh/zb