Arbeitgeber: Lohnfortzahlung stärker begrenzen
Angesichts hoher Krankenstände dringen die Arbeitgeber auf eine stärkere Begrenzung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie auf ein Ende der telefonischen Krankschreibung. Die Lohnfortzahlung sollte auf sechs Wochen pro Jahr statt jährlich pro Krankheit begrenzt werden, fordert der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Rainer Dulger, in der "Welt". Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Mehrarbeit sollten nicht mehr fortgezahlt werden.
"Internationale Erfahrungen zeigen: Je großzügiger die Lohnfortzahlung, desto höher die Fehlzeiten, vor allem bei leichten Erkrankungen", erklärt Dulger.
Er erneuert auch eine andere bekannte Forderung der Arbeitgeber: "Die telefonische Krankschreibung gehört abgeschafft", sagte der Verbandspräsident. "Sie war ein Notinstrument in der Pandemie, ist heute aber ein Einfallstor für Missbrauch." Videosprechstunden seien eine Alternative.
Hintergrund der Debatte ist ein Anstieg der Fehlzeiten. Das Statistische Bundesamt geht für das vergangene Jahr von durchschnittlich 14,8 gemeldeten Krankheitstagen je Arbeitnehmer aus. Das Amt erklärt den Anstieg (plus 3,6 Tage seit 2021) aber auch mit der Einführung der elektronischen Krankschreibung, die zu einer vollständigeren statistischen Erfassung geführt habe.
Die Arbeitgeber bezahlten laut einer Schätzung des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) im vergangenen Jahr rund 82 Milliarden Euro für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Statistisch zum Anstieg (plus fünf Milliarden Euro seit 2023) beigetragen haben demnach aber auch die höhere Beschäftigung und die gestiegenen Löhne./and/DP/zb
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