Aktien Frankfurt: Dax schwankt um 24.000-Marke - Inflationsdaten bewegen kaum
FRANKFURT (dpa-AFX) - Kaum beeinflusst von deutschen Inflationsdaten
scheint der deutsche Aktienmarkt auf einen ruhigen Wochenausklang
hinzulaufen. Geopolitische Unsicherheiten mit Blick auf den
Ukraine-Krieg sowie die US-Zollpolitik belasten etwas, während das
Boom-Thema Künstliche Intelligenz zuletzt an Fahrt verloren hat.
Der Dax reduzierte sein Minus bis zum Nachmittag
etwas und notierte wieder über die viel beachtete Marke von 24.000
Punkten. Zuletzt notierte er 0,1 Prozent im Minus bei 24.005
Punkten. Damit deutet sich für den Leitindex ein Wochenverlust von
rund anderthalb Prozent an.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stieg am
Freitagnachmittag um 0,2 Prozent auf 30.410 Zähler. Für den
EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone ging es um
0,4 Prozent abwärts.
Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen um 2,2 Prozent über dem
Niveau des Vorjahresmonats - nach 2,0 Prozent Inflation im Juni und
Juli. Dies war etwas mehr als Experten erwartet hatten. Die
Kerninflation - also die Rate ohne die schwankungsanfälligen Preise
für Nahrungsmittel und Energie - lag im August unverändert bei 2,7
Prozent. "Es bleibt zäh: Verbraucher müssen sich darauf einstellen,
dass der Preisauftrieb auch in den kommenden Monaten leicht über 2
Prozent liegt", kommentierte Chefökonom Michael Heise von HQ Trust.
Aus Branchensicht stehen wieder einmal die Rüstungswerte in der
Anlegergunst ganz oben. Passend zur Kursstärke der Branche finden an
diesem Freitag die Beratungen der deutschen und der französischen
Regierung über Wirtschafts- und Sicherheitsfragen in der Küstenstadt
Toulon statt. Die Papiere von Rheinmetall stiegen an
der Dax-Spitze um 4,9 Prozent. Die Titel von Hensoldt
und Renk verteuerten sich um 4,2 beziehungsweise 3,4
Prozent.
Die Aktien von Gerresheimer reagierten mit einem
Kursplus von 1,0 Prozent auf die Bekanntgabe eines neuen
Finanzchefs. Im Monatsverlauf waren die Papiere des
Verpackungsspezialisten auf einen Tiefststand seit dem Jahr 2014
gefallen. Die Veränderung im Management sei lange überfällig, der
neue Finanzchef dürfte von den Anlegern mit offenen Armen empfangen
werden, glaubt Pallav Mittal von der Bank Barclays.
Die Aktien von Schaeffler profitierten von einer
optimistischen Analystenstudie und stiegen um 5,8 Prozent. Die
Citigroup hatte die Papiere von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und
das Kursziel von 5,00 auf 6,75 Euro erhöht. Der Auto- und
Industriezulieferer könnte sich zu einem "Champion" im Bereich
Hardware für humanoide Aktuatoren entwickeln, ein Markt, dessen
Volumen bis zum Jahr 2050 auf mehr als 1 Billion US-Dollar geschätzt
werde, erklärte Analyst Ross Macdonald. Humanoide Aktuatoren sind
elektrische, hydraulische oder pneumatische Antriebssysteme, die
Bewegungen menschenähnlicher Roboter ermöglichen.
Die Papiere von Tonies setzten ihre Erholungsrally
mit plus 10 Prozent auf 7,32 Euro fort. Analyst Oliver Wojahn von
MWB Research hob sein Kursziel auf 11,70 Euro an und blieb bei
seiner Kaufempfehlung. Die Audio-Plattform für Kinder komme am 15.
September in Europa mit ihrer bisher größten Produktinnovation an
den Markt, betonte er./edh/mis