ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax schwächer - Inflationsdaten im Blick
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag
bislang uneinheitlich präsentiert. Der Dax sank
zuletzt unter die viel beachtete Marke von 24.000 Punkten, konkret
um 0,4 Prozent auf 23.941 Punkte, womit sich ein Wochenverlust von
rund zwei Prozent andeutet.
Zuletzt hatte der Leitindex nur mit Mühe seine 50-Tage-Linie
verteidigt, die als Gradmesser für den mittelfristigen Trend derzeit
seitwärts tendiert. Gleichzeitig bleibt aber auch der Rekord von
Mitte Juli bei 24.639 Punkten weiter in Sichtweite.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen notierte am
Freitagvormittag kaum verändert bei 30.357 Zählern. Für den
EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone ging es um
0,5 Prozent abwärts.
Dem Dax fehlt es an einem klaren Trend. Geopolitische Unsicherheiten
mit Blick auf den Ukraine-Krieg sowie die US-Zollpolitik belasten,
während das Boom-Thema Künstliche Intelligenz zuletzt an Fahrt
verloren hat. "Der Weg nach oben scheint aktuell versperrt zu sein.
Sobald er unter die 24.000 rutscht, kommen aber Käufer in den
Markt", beschreibt Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners
das aktuelle Muster.
Als Höhepunkt am Freitagnachmittag sieht Altmann aus deutscher Sicht
die Bekanntgabe vorläufiger Inflationszahlen für August. Anleger und
Analysten rechneten im Monatsvergleich mit konstanten Preisen. Für
die Jahresrate würde dies aber einen moderaten Anstieg bedeuten. Am
Vormittag wurden bereits die Daten der einzelnen Bundesländer
veröffentlicht.
Impulse geben könnten auch frische US-Konjunkturindikatoren. Unter
anderem stehen Daten zu den Privaten Einkommen und Ausgaben, zum
Chicago Einkaufsmanagerindex und zum Uni Michigan
Verbrauchervertrauen auf der Agenda.
Aus Branchensicht stehen wieder einmal die Rüstungswerte in der
Anlegergunst ganz oben. So stiegen die Papiere von Rheinmetall
an der Dax-Spitze um 3,4 Prozent. Die Titel von
Hensoldt und Renk verteuerten sich um
3,4 beziehungsweise 3,2 Prozent.
Die Aktien von Gerresheimer reagierten mit einem
Kursplus von 0,6 Prozent auf die Bekanntgabe eines neuen
Finanzchefs. Im Monatsverlauf waren die Papiere des
Verpackungsspezialisten auf einen Tiefststand seit dem Jahr 2014
gefallen. "Die Veränderung im Management ist lange überfällig",
kommentierte Pallav Mittal von der Bank Barclays. Die Führung sei
"routiniert zu optimistisch" gewesen, habe dann einige Male die
Ziele revidieren müssen und dennoch keinen Druck gespürt. Der neue
Finanzchef dürfte von den Anlegern daher mit offenen Armen empfangen
werden.
Die Aktien von Schaeffler profitierten von einer
optimistischen Analystenstudie und stiegen um 3,4 Prozent auf 5,77
Euro und damit auf den höchsten Stand seit Juni 2024. Die Citigroup
hatte die Schaeffler-Papiere von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und
das Kursziel von 5,00 auf 6,75 Euro erhöht. Das Unternehmen könnte
sich zu einem "Champion" im Bereich Hardware für humanoide
Aktuatoren entwickeln, ein Markt, dessen Volumen bis zum Jahr 2050
auf mehr als 1 Billion US-Dollar geschätzt werde, erklärte Analyst
Ross Macdonald. Humanoide Aktuatoren sind elektrische, hydraulische
oder pneumatische Antriebssysteme, die Bewegungen menschenähnlicher
Roboter ermöglichen.
Die Anteilsscheine von Adesso schnellten nach einer
Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux um 7,8 Prozent nach oben. Die
kurzfristigen Risiken seien zu hoch gehängt worden, schrieben die
Kepler-Experten. Gleichzeitig werde den besseren Aussichten für die
Profitabilität zu wenig Beachtung geschenkt.
Die Papiere von Tonies setzten ihre Erholungsrally
mit plus 11 Prozent auf 7,39 Euro fort. Analyst Oliver Wojahn von
MWB Research hob sein Kursziel inzwischen auf 11,70 Euro und blieb
bei seiner Kaufempfehlung. Die Audio-Plattform für Kinder komme am
15. September in Europa mit ihrer bisher größten Produktinnovation
an den Markt, betonte er./edh/mis