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Wiener Börse (Eröffnung) - ATX verliert wegen US-Zöllen weitere 3,1% / ATX auf Korrekturniveau - Banken schwach - Pierer Mobility brechen ein

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Der Wiener Aktienmarkt hat seine Talfahrt vom Vortag am Freitag weiter fortgesetzt. Die umfangreichen Zollankündigungen des US-Präsidenten Donald Trump sorgen zum Wochenausklang unverändert für eine düstere Stimmung an den Börsen.

Der ATX fiel in der ersten Handelsstunde um 3,14 Prozent auf 3.875,32 Punkte. Mit einem Rückgang von mehr als zehn Prozent vom Mehrjahreshoch von Mitte März sehen Charttechniker den Leitindex nun im Korrekturbereich. Nun rückt die 100-Tage-Durchschnittslinie bei 3.856 Einheiten ins Blickfeld. Für den ATX Prime ging es am Freitagvormittag 3,27 Prozent auf 1.944,70 Zähler hinab.

Am Vorabend hatte sich der Ausverkauf an den US-Börsen noch weiter verschärft und auch die asiatischen Aktienmärkte tendierten am Freitag erneut tiefrot.

Ein ähnliches Bild gaben am Freitagvormittag die europäischen Leitbörsen ab. Der Euro-Stoxx-50 gab um 1,79 Prozent auf 5.021,76 Punkte nach. In Frankfurt fiel der DAX um 1,80 Prozent auf 21.326,77 Zähler. Etwa die Hälfte der imposanten Rekordrally des deutschen Leitindex seit Mitte Dezember ist dahin. Die Ölpreise sackten weiter ab und selbst der Goldpreis konnte von der Unsicherheit am Markt nicht profitieren. Stattdessen zeigten sich als sicher geltende Staatsanleihen mit starken Kurszuwächsen.

Am Nachmittag kommen aus den USA dann die Arbeitsmarktdaten für den Monat März. Diese dürften von den politischen Geschehnissen in den USA überlagert werden, schrieb Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. "Anleger werden zumindest aber darauf achten, wie viele Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst gestrichen wurden und welche Auswirkungen das auf die Arbeitslosenquote haben wird. Alle zukünftigen Daten werden nun nach Hinweisen auf eine Rezession untersucht."

In Wien gerieten zyklische Aktien deutlich unter die Räder und gaben einen großen Teil der Gewinne von Februar und März wieder ab. Im Baubereich verloren Porr und Strabag jeweils über vier Prozent. Frequentis büßten 6,8 Prozent ein. AT&S rasselten um über zehn Prozent hinab.

Im Bankensektor sackten Erste Group, BAWAG und RBI jeweils um rund fünf Prozent ab. Hier belasteten fallende Marktzinsen, da Marktteilnehmer damit rechnen, dass die Notenbanken bei einer schwächelnden Weltwirtschaft mit Zinssenkungen gegensteuern müssen.

Vergleichsweise stabil blieben lediglich einige defensive Werte. Verbund etwa hielten sich mit plus 0,2 Prozent im grünen Bereich, Telekom Austria gaben mit minus 0,5 Prozent nur moderat nach.

Pierer Mobility brachen um fast 40 Prozent auf den tiefsten Stand seit Dezember ein. Der Verlust des halben Grundkapitals der Motorrad-Holding macht eine außerordentliche Hauptversammlung am 25. April notwendig. Das Eigenkapital wird zum 31. 12. 2024 voraussichtlich deutlich negativ sein.

(Redaktionelle Hinweise: GRAFIK 0500-25) spa/mik/bel

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