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Rohstoffe (Vormittag) - Ölpreise leiden unter US-Zollhammer / Goldpreis nach Rekordhoch wenig bewegt

Die Ölpreise haben am Donnerstag mit einem deutlichen Rückgang auf das gewaltige Zollpaket der US-Regierung und damit verbundene Konjunktursorgen reagiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete am Vormittag 72,64 US-Dollar. Das war ein Prozent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 0,9 Prozent auf 69,39 Dollar.

Am Ölmarkt sorgen sich Anleger um die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft, die nach einem gewaltigen Zollpaket der US-Regierung an Schwung verlieren könnte - mit entsprechenden Auswirkungen auf die Öl-Nachfrage. Die Ankündigung vom Vorabend ist der bisher aggressivste und folgenreichste Schritt im Zuge der ohnehin rabiaten Handelspolitik des US-Präsidenten. Ein Handelskrieg mit der EU scheint nun unausweichlich.

Nach der Ankündigung der US-Zölle ist der Preis für Brent-Öl aus der Nordsee zeitweise bis auf 72,52 Dollar gefallen. Zuletzt hatten noch unter anderem Drohungen der USA gegen die russische Ölexporte für Auftrieb bei den Notierungen gesorgt. Mit den angedrohten Sanktionen soll Druck auf die russische Führung ausgeübt werden, um Fortschritte hin zu einem Waffenstillstand im Ukraine-Krieg zu erzielen. Der dadurch ausgelöste Ölpreisauftrieb ist zumindest vorerst Geschichte.

Am Ölmarkt wurden vor allem die harten US-Zölle gegen China als Belastung gesehen. Die gegen China gerichteten Zölle seien "brutal", kommentierte Robert Rennie, Rohstoffexperte bei der australischen Bank Westpac. "Es ist schwer, die ersten Schätzungen von durchschnittlichen gewichteten Zöllen von 29 Prozent nicht als stark wachstumsschädlich und damit als schlecht für die Erwartungen an die Rohölnachfrage in den kommenden Monaten zu betrachten."

Der Preis für ein Barrel OPEC-Öl wurde zuletzt für Mittwoch mit 77,44 Dollar festgelegt, wie das OPEC-Sekretariat mitteilte. Die OPEC berechnet den Korbpreis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.

Der Goldpreis erreichte angesichts der US-Zölle bei knapp 3.168 US-Dollar ein weiteres Rekordhoch, gab die Zuwächse in weiterer Folge jedoch wieder ab. Am Donnerstagvormittag kostete eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) an der Rohstoffbörse in London 3.128,82 US-Dollar und damit etwa so viel wie vor der Ankündigung der Zölle.

spa/ste

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