Wiener Börse (Eröffnung) - ATX fällt nach US-Zollankündigungen / ATX fällt auf tiefsten Stand seit rund einem Monat - Bankwerte unter Druck - Anleger schichten auf sichere Häfen um
--------------------------------------------------------------------- AKTUALISIERUNGS-HINWEIS Neu: Einzelwerte ergänzt. ---------------------------------------------------------------------
Nach der weitreichenden Zollankündigung des US-Präsidenten Donald Trump hat der Wiener Aktienmarkt am Donnerstag kräftig nachgegeben. Der ATX büßte in den ersten 50 Handelsminuten 1,75 Prozent auf 4.054,94 Punkte ein. Damit fiel der Leitindex auf den tiefsten Stand seit Anfang März und auch wieder unter die 50-Tage-Linie für den mittelfristigen Trend. Der ATX Prime verlor 1,56 Prozent auf 2.039,45 Zähler.
Trump hatte am Mittwochabend Zölle von pauschal 10 Prozent auf alle US-Importe angekündigt. Auf Länder, die große Handelsüberschüsse mit den USA erzielen, sollen noch höhere Einfuhrsteuern erhoben werden. So gab Trump etwa Zölle in Höhe von 20 Prozent auf Importe aus der EU und zusätzliche 34 Prozent auf Importe aus China bekannt. Die EU bereitet inzwischen Gegenmaßnahmen vor, auch viele andere US-Handelspartner dürften Experten zufolge auf die neuen Zölle reagieren.
"Sorgen vor einer Eskalation des Handelskonflikts nehmen zu und entsprechend herrscht große Unsicherheit an den Finanzmärkten vor", schreiben die Experten der Helaba in ihrem Tagesausblick. Die Anleger zog es dementsprechend in sichere Häfen, so markierte der Goldpreis in der Nacht ein weiteres Rekordhoch und die Anleihekurse legten kräftig zu.
Die stärksten Kursverluste gab es an den europäischen Aktienmärkten bei Bankwerten. In Wien sackten BAWAG um 4,4 Prozent ab, RBI-Titel verloren vier Prozent. Schwäche zeigten auch Industrie- und Grundstoffwerte. voestalpine, Wienerberger und Lenzing verloren zwischen 2,1 und 3,3 Prozent.
Unter den Gewinnern fanden sich zinssensible und wenig exportlastige Werte aus der Versorger- und Immobilienbranche. An der ATX-Spitze stiegen Verbund und CA Immo um 2,6 respektive 3,5 Prozent.
spa/ste
ISIN AT0000999982