ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax schwächelt vor Trump-Zollbekanntgabe
FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor der erwarteten Zollankündigung von
US-Präsident Donald Trump haben sich die Anleger am deutschen
Aktienmarkt am Mittwoch zurückgezogen. Der Dax
verringerte im späten Handel seine zuvor deutlichen Verluste im Zuge
einer moderaten Erholung an der Wall Street. Der Leitindex schloss
mit einem Minus von 0,66 Prozent bei 22.390,84 Punkten. Der MDax
der mittelgroßen Unternehmen verlor letztlich 0,71
Prozent auf 27.494,40 Zähler.
Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es am
Ende um 0,3 Prozent auf 5.304 Punkte abwärts. Außerhalb der Eurozone
büßte der Zürcher SMI 0,8 Prozent ein und der
Londoner FTSE 100 0,3 Prozent. In den USA legte der
Dow Jones Industrial nach einem schwächeren Start
zuletzt um 0,1 Prozent zu. Der technologielastige Nasdaq 100
gewann 0,5 Prozent.
Laut Commerzbank wird darüber spekuliert, ob die USA einen
pauschalen Gegenzoll auf alle Handelspartner, einen pauschalen Zoll
auf bestimmte Länder oder von Land zu Land unterschiedliche
Zollsätze erheben werden. Trump will die neuen Zölle bei einer
Veranstaltung im Rosengarten des Weißen Hauses um 16 Uhr Ortszeit
(22 Uhr deutscher Zeit) bekanntgeben.
Die Märkte hofften auf Klarheit, doch die Gefahr eines weiteren
Unsicherheitssturms bleibe real, schrieben die Börsen-Experten von
Index Radar. "Trump dürfte sich zunächst maximalen
Verhandlungsspielraum sichern, indem er hohe Zölle als Drohkulisse
aufbaut." Entscheidend werde jedoch sein, ob er zugleich
Gesprächsbereitschaft signalisiere - oder den globalen
Handelskonflikt weiter eskalieren lasse.
Aktien aus der Gesundheitsbranche standen unter hohem Abgabedruck,
weil Trump auch auf Arzneimittel und medizinische Geräte
Einfuhrzölle erheben könnte. Im Dax verloren Bayer
als einer der schwächsten Werte 4,0 Prozent. Im MDax gerieten Carl
Zeiss Meditec in den Abwärtssog mit einem Minus von
5,5 Prozent.
Der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 verzeichnete
2024 erstmals unter dem Strich einen Gewinn. Den Anlegern war diese
Nachricht offenbar aber nicht gut genug, denn die Aktien endeten 1,8
Prozent tiefer.
Continental erholten sich von zwischenzeitlich
deutlichen Verlusten und gingen mit einem Minus von 0,5 Prozent aus
dem Handel. Sie reagierten auf Signale des Reifenherstellers und
Autozulieferers zur Geschäftsentwicklung im ersten Quartal. Conti
wies auf die zuletzt schwierigen Bedingungen in der Automobilbranche
hin.
Ein Bußgeld gegen DWS wegen "Greenwashing" sorgte bei
den Papieren der Fondsgesellschaft für einen Kursabschlag von 1,2
Prozent.
Norma Group sackten um 7,4 Prozent ab. Die Privatbank
Quirin hatte zum Verkauf der Titel des
Verbindungstechnik-Spezialisten geraten.
Nordex legten gegen den schwachen Trend am
Gesamtmarkt um 3,3 Prozent zu. Aufträge aus der Türkei stützten die
Titel des Windturbinenherstellers./edh/he